Kinemathek-Chef: Berlinale-Leiter hat NS-Rolle nicht verborgen

Berlinale-Leiter Alfred Bauer auf dem Flughafen Tempelhof, 1971

Kinemathek-Chef: Berlinale-Leiter hat NS-Rolle nicht verborgen

Kurz vor dem Start der Berlinale gibt es NS-Vorwürfe gegen den ersten Direktor des Filmfestivals, Alfred Bauer.

Der Vorwurf: Er soll verschwiegen haben, dass er hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie war. Der künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek, Rainer Rother, verteidigt Bauer jetzt und beruft sich auf erste Untersuchungsergebnisse. Bauer habe zwar einmal auf Nachfrage abgestritten, Mitglied in der Reichsfilmintendanz gewesen zu sein. Er habe seine Rolle aber an anderer Stelle eingeräumt - und sie auch nicht zu verbergen versucht.

Alfred Bauer ist 1986 verstorben. Seine NS-Vergangenheit war kürzlich in einem Artikel der Wochenzeitung "Die Zeit" thematisiert worden. Daraufhin hat die Berlinale den Alfred-Bauer-Preis ausgesetzt und will nun die Festivalgeschichte aufarbeiten.

Stand: 14.02.2020, 10:05