Unsere Zukunft im Kino

Unsere Zukunft im Kino

Von Philip Stegers

Wie sieht unsere Zukunft aus? Seit über 90 Jahren versuchen Science Fiction-Filme auf diese Frage eine Antwort zu geben. Der cineastische Ausblick fällt oft schon aus Spannungsgründen eher pessimistisch aus.

Metropolis

In "Metropolis", dem ersten Science Fiction-Spielfilm überhaupt, entwirft Regisseur Fritz Lang 1927 ein düsteres Bild von der Zukunft. Tief unter der Erde schuften rechtlose Arbeiter an einer riesigen, menschenverschlingenden Maschine – dem Moloch.

In "Metropolis", dem ersten Science Fiction-Spielfilm überhaupt, entwirft Regisseur Fritz Lang 1927 ein düsteres Bild von der Zukunft. Tief unter der Erde schuften rechtlose Arbeiter an einer riesigen, menschenverschlingenden Maschine – dem Moloch.

Währenddessen vergnügt sich die sorglose Oberschicht im "Klub der Söhne" oder dem sündigen Nachtclub "Yoshiwara". Seinerzeit ein kommerzielles Desaster, gilt "Metropolis" heute als absoluter Meilenstein des Kinos.

Gleiches gilt für diesen Film. Im dauerverregneten Los Angeles des Jahres 2019 erhält ein "Blade Runner" (Harrison Ford) den Auftrag, ein paar renitente künstliche Menschen unschädlich zu machen, sogenannte Replikanten. Derweil verliebt er sich in die schöne Replikantin Rachael. Der Film basiert auf einem Roman von Philip K. Dick, der auch für eine Reihe weiterer Science Fiction-Filme die Vorlage lieferte.

Zum Beispiel für "Minority Report". 2054 zieht die übereifrige Polizei in Washington potentielle Verbrecher aus dem Verkehr, noch bevor sie eine Straftat begehen. Polizist John Anderton (Tom Cruise) stellt dummerweise fest, dass er selbst eines zukünftigen Mordes verdächtig ist.

Und nochmal Philip K. Dick. In "Total Recall" lässt sich der gelangweilte Bauarbeiter Douglas Quaid künstliche Erinnerungen einpflanzen und erlebt dann erwartungsgemäß sein böses Erwachen. Arnold Schwarzenegger ist ab den 80er Jahren ein verlässlicher Protagonist in einer gefährlichen Zukunft.

Nachdem die Menschheit im Jahr 2029 zum Großteil in Folge eines Atomkriegs ausgelöscht ist, schicken die herrschenden Maschinenwesen einen "Terminator" ins Jahr 1984, um den künftigen Anführer des menschlichen Widerstands zu töten. Dem Kinopublikum gefällt der Plot so gut, dass sich Arnie auch in zwei Fortsetzungen das künstliche Gesicht verkokeln lässt.

In "Running Man" liegt die zukünftige Weltwirtschaft am Boden, die Freiheitsrechte sind abgeschafft. Um das Volk trotzdem bei Laune zu halten, gibt es eine populäre Fernsehsendung, in der moderne Gladiatoren in einer Spielzone um ihr Überleben kämpfen. Zuschauern von "Die Tribute von Panem" könnte die Handlung irgendwie bekannt vorkommen.

Eine entmündigte Gesellschaft, die sich zu Tode amüsiert, ist ohnehin beliebtes Thema in Science Fiction-Filmen. In "Rollerball" ersetzt eine brutale Mischung aus Hockey, Motorradrennen und Football alle anderen Sportarten.

Hemmungslose Unterhaltung bietet der futuristische Freizeitpark in "Westworld". Hier kann man Abenteuer erleben und darf dabei nach Herzenslust künstliche Menschen umlegen. Ein Systemfehler sorgt dafür, dass sich die armen Androiden gegen ihre Peiniger erheben.

In "Moon" entdeckt Astronaut Sam kurz vor seiner Heimreise zur Erde, dass er ein Klon mit kurzer Lebenserwartung ist. Der Film ist das Regiedebüt von Duncan Jones, dessen berühmter Vater ebenfalls an einem Science Fiction-Klassiker mitgewirkt hat. (Foto: Mary Evans Picture Library)

Ein außerirdischer David Bowie landet in "Der Mann, der vom Himmel fiel" auf der Erde, um für seinen Wüstenplaneten Wasser zu finden. Trotz seiner höheren Intelligenz und telepathischen Fähigkeiten, zerbricht er am Ende an der Rücksichtslosigkeit der Menschen.

"Fahrenheit 451" spielt in einem Staat, in dem der Besitz von Büchern als schweres Verbrechen gilt. Lesen fördert nämlich selbständiges Denken und davon hält das totalitäre System gar nichts. Stattdessen gibt es für die Menschen zur Zerstreuung Videoleinwände und Drogen.

Nicht ganz so finster geht es in der Zukunft von "Her" zu. Der introvertierte Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) verliebt sich in die Stimme seines Computers. Die erwidert zwar seine zarten Gefühle, aber leider auch die von 641 anderen Nutzern.

Stand: 04.01.2018, 00:00 Uhr