Yesterday

 Himesh Patel als Jack Malik in einer Szene des Films "Yesterday"

WDR 2 Kino

Yesterday

Von Andrea Burtz

Ein erfolgloser Musiker ist nach einem globalen Stromausfall der einzige, der sich an die Songs der Beatles erinnert. Und wird mit deren Hits berühmt - musikalisches Kinomärchen.

Jack (Himesh Patel) schlägt sich als Teilzeitlehrer durch, doch seine wahre Leidenschaft gilt der Musik. Von Auftritten in Turnhallen und kleinen Pubs kann der Singer-Songwriter nicht leben und zweifelt an sich. Seine treue Jugendfreundin und Managerin Ellie (Lily James) begleitet ihn tapfer zu jedem Event, trägt Verstärker und sorgt für gute Laune.

Jack steht kurz davor, seine aussichtlose Karriere an den Nagel zu hängen, als auf dem ganzen Erdball für zwölf Sekunden der Strom ausfällt. Jack wird von einem Bus angefahren und wacht ohne Schneidezahn im Krankenhaus auf.

Niemand hat je von den Beatles gehört

In den folgenden Tagen stellt er fest, dass er scheinbar der einzige Mensch ist, der sich an die Beatles erinnert. Beim Googeln des Bandnamens erscheinen nur Käferfotos. Platten und Einträge der Band sind aus dem Netz verschwunden.

Als er auf seiner neuen Gitarre "Yesterday" spielt, schmilzt Ellie dahin und fragt, wann er dieses fantastische Stück komponiert habe. Er ist wirklich der Einzige, der sich erinnert. Da sieht Jack seine Chance gekommen: Er gibt Beatles Songs als seine aus und hat endlich Erfolg!

Ed Sheeran spielt sich selbst

Ed Sheeran (der sich herrlich selbstironisch selbst spielt) wird auf den virtuosen Sänger aufmerksam und will ihn mit auf seine Welttournee nehmen, seine Managerin bietet Jack Betreuung an. Ellie, im Hauptberuf Lehrerin, kann nicht mit auf Tour und sieht mit Bedauern, wie sehr Jack sich von ihr und dem alten Leben entfernt. Waren es nicht die Beatles, die gesungen haben: All you need is love?

Die Grundidee, die Geschichte eines Musikers zu erzählen, der sich als einziger Mensch an Beatlesmusik erinnert, stammt von Jack Barth. Drehbuchschreiber Richard Curtis ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Notting Hill", "Tatsächlich … Liebe") hat aus der bestechenden Prämisse eine reizende romantische Komödie gemacht.

Der Stromausfall zu Beginn wird nicht weiter erklärt. Völlig egal. Viel spannender ist die Kraft der Beatlesmusik, die Curtis mit seiner rührenden Liebesgeschichte verknüpft und mit seinem typisch britischen Humor garniert.

Kampf um Textzeilen

Die 15 Beatles Songs, die Kino-Neuling Himesh Patel auf seine Weise interpretiert, verleihen dem Film seinen besonderen Charme. Viele Songs hat man im Kopf – aber wie sieht es mit dem Text zu "Eleanor Rigby" aus? Jack hat seine Probleme, sich zu erinnern – der Kampf um die Liedzeilen zieht sich durch den ganzen Film.

Lily James überzeugt als Ellie, "das nette Mädchen von nebenan", mit Wuschelfrisur und fragwürdigem Kleidungsstil. Man nimmt ihr ab, dass sie an Jack glaubt, seit er bei einer Schulaufführung "Wonder Wall" gespielt hat.

"Hey Jude" oder "Hey Dude"?

Ein Glücksgriff ist Ed Sheeran als Jacks Entdecker. Er schlägt vor, aus "Hey Jude" doch besser "Hey Dude" zu machen. Nach winzigen Auftritten in "Bridget Jones Baby" und in der Serie "Game of Thrones" kann der weltbekannte Sänger in einer passablen Nebenrolle zeigen, dass er auch zum Schauspieler taugt. Eigentlich sollte die Rolle Chris Martin von Coldplay übernehmen, der jedoch ablehnte.

Danny Boyle inszeniert das musikalische Kinomärchen mit Herz, Humor und passender Beatlesmusik.  Yeah!   

Romantische Musikkomödie, Großbritannien 2019

Regie: Danny Boyle ("Kleine Morde unter Freunden", "Trainspotting", "Slumdog Millionaire", "The Beach", "127 Hours", "Steve Jobs", "T2 Trainspotting")

Darsteller:Himesh Patel (Serien: "East Enders", "Damned"), Lily James ("Baby Driver", "Cinderella", "Mamma Mia – Here we go again", "Die dunkelste Stunde"), Joel Fry (Serie: "Game of Thrones"), Kate McKinnon "Ghostbusters"), Ed Sheeran ("Bridget Jones Baby")

Länge: 116 Minuten

Keine Altersbeschränkung

Kinostart: 11.07.2019

Stand: 11.07.2019, 00:01