Liebenswert und skandalfrei: Tom Hanks zum 65. Geburtstag

Liebenswert und skandalfrei: Tom Hanks zum 65. Geburtstag

Als "Forrest Gump" und schwuler Anwalt in "Philadelphia" wurde er weltberühmt. Megastar Tom Hanks pflegt trotzdem das Image des netten Kerls von nebenan. Am 09. Juli 2021 feiert er seinen 65. Geburtstag.

Tom Hanks in seiner Paraderolle als "Forrest Gump"

Vielleicht "Forrest Gump"? Oder "Philadelphia"? Oder doch "Der Soldat James Ryan"? Bei der Suche nach dem besten Film von Tom Hanks scheiden sich die Geister. Erstklassigen Stoff für die Leinwand hat der im kalifornischen Concord geborene Schauspieler reichlich geliefert. Am 9. Juli 2021 feiert der zweifache Oscar-Preisträger und vierfache Golden Globe-Gewinner seinen 65. Geburtstag.

Vielleicht "Forrest Gump"? Oder "Philadelphia"? Oder doch "Der Soldat James Ryan"? Bei der Suche nach dem besten Film von Tom Hanks scheiden sich die Geister. Erstklassigen Stoff für die Leinwand hat der im kalifornischen Concord geborene Schauspieler reichlich geliefert. Am 9. Juli 2021 feiert der zweifache Oscar-Preisträger und vierfache Golden Globe-Gewinner seinen 65. Geburtstag.

Längst nicht alles war preisverdächtig, was Hanks in seiner Karriere für die Filmwelt schuf. An seine Rolle im Weltkriegs-Drama "Liebe ist ein Spiel auf Zeit" dürfte sich heute ebensowenig jemand erinnern wie an "Punchline - Der Knalleffekt" von 1988 (Foto), als Hanks an der Seite von Sally Field und John Goodman einen verarmten Comedian spielte.

Und selbst wer ihn als einfühlsamen Gefängniswärter in "The Green Mile" liebte, konnte mit ihm als Überlebendem auf einer einsamen Insel in "Cast Away - Verschollen" (Foto) möglicherweise nicht viel anfangen. "Ich bin dieser Schauspieler aus einigen Filmen, die Du mochtest und einigen, die Du nicht mochtest", schreibt Hanks, der vom Theater über TV-Rollen zum Film kam, in seiner Twitter-Biografie. "Manchmal bin ich ziemlich gut in Form, manchmal nicht. Hey, man muss auch leben, weißt Du?"

Die ersten Erfolge feierte er in den 1980er Jahren mit den Komödien "Splash", in denen er einer Meerjungfrau (Daryl Hannah, Foto) begegnet, und mit "Big" - hier bekommt Hanks als Zwölfjähriger auf magische Weise das Aussehen eines Erwachsenen. Mit kindlich-naivem Gemüt bezirzt er in diesen Großstadtmärchen die tollsten Frauen.

In den folgenden Jahren entwickelte er sich zur Idealbesetzung für Rollen, in denen er sich - vom Glauben an Gerechtigkeit beseelt - in scheinbar aussichtslosen Situationen bewährt. In Brian de Palmas "Fegefeuer der Eitelkeiten" (Foto mit Melanie Griffith) gerät er als mordverdächtiger Börsenmakler in einen Hexenkessel aus Intrigen und verliert alles außer seiner Integrität.

Und nur ein Typ wie Hanks konnte in "Philadelphia" (1993) als HIV-infizierter schwuler Anwalt ein Mainstream-Publikum zu Tränen rühren und ihm die Diskriminierung von Homosexuellen vor Augen führen. "Philadelphia" schrieb ebenso Filmgeschichte wie Robert Zemeckis "Forrest Gump" (1994): Tom Hanks als geistig minderbemittelter Hans im Glück mischt unbeabsichtigt bei den gesellschaftlichen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte mit, von der Bürgerrechts- und Anti-Vietnamkriegs-Bewegung bis zu Watergate. Für beide Filme wurde er mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

"Wenn es ein durchgehendes Motiv in meinen Rollen gibt, dann ist es: 'der Kerl, der versucht, anständig zu sein'", erklärte er in einem Interview. "Schauen Sie. So sehe ich aus. Ich habe kein markiges Kinn. Ich kann kein Superhelden-Cape tragen. Ich könnte James Bond nicht spielen, selbst wenn es um mein Leben ginge." Und so sieht Hanks auch im actiongeladenen Doku-Drama "Captain Phillips" (2013, Foto) noch immer aus wie der nette Mathelehrer aus der Nachbarschaft.

Mit zwei Oscars im Regal und einem beeindruckenden filmischen Schaffen zählt Hanks spätestens seit Mitte der 1990er Jahre zu den ganz Großen. Mit Rollen als amerikanischer Jedermann (hier mit Meg Ryan in "Schlaflos in Seattle") hat Hanks seine Titel nach ganz oben gespielt. Einen Umsatz von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro) spielten seine Filme bislang dem Branchendienst "Box Office Mojo" zufolge zusammen ein. Damit liegt Hanks im Ranking auf Platz vier - nur Harrison Ford, Samuel Jackson und Morgan Freeman spielten noch höhere Summen ein.

Anfang Dezember 2016 kommt das nächste große Ding von Hanks in die Kinos: das Drama "Sully". Hanks spielt in dem Biopic den Piloten Chesley Burnett "Sully" Sullenberger, der 2009 ein Passagierflugzeug auf dem New Yorker Hudson River notlandete und 155 Menschen vor dem Tod rettete.

In dem Western-Drama "Neues aus der Welt", der Anfang 2021 statt im Kino auf Netflix seine Deutschlandpremiere hatte, spielt Tom Hanks Seite an Seite mit der deutschen Nachwuchsschauspielerin Helena Zengel (bekannt aus "Systemsprenger"). Es geht um den Bürgerkriegsveteranen Captain Jeffrey Kyle Kidd, der durch die Ortschaften zieht, um gegen Geld "Neues aus der Welt" zu berichten. Bis er auf die kleine Johanna trifft, die von dem Indianervolk der Kiowa entführt wurde und ohne Eltern lebt.

Über das Privatleben von Hanks erfährt man vergleichsweise wenig. 1978 heiratete Hanks die Schauspielerin Samantha Lewes. In jungen Jahren wurde er zum ersten Mal Vater: "Wenn mein Sohn Colin, mein erster, nicht geboren worden wäre, als ich 21 war, wäre ich ein Mann ohne Verantwortungsgefühl geworden", erzählte der Schauspieler in einem Interview. Er habe zu der Zeit Freunde gehabt, "die rauchten den ganzen Tag Dope" und "jagten allen möglichen sexuellen Eskapaden hinterher". Das habe er nicht gekonnt, was aber auch nicht weiter schlimm gewesen sei. "Ich hatte ein Kind, eine Frau, um die ich mich kümmern musste, und mir gefiel dieses Leben auch."

Seine Kinder Colin und Elizabeth aus erster Ehe sind inzwischen erwachsen, Sohn Colin ist auch Schauspieler geworden, hier bei einer Gala mit seiner Frau Samantha Bryant. Das Paar machte Toms Hanks inzwischen zum zweifachen Opa: "Großvater zu sein, das ist das Einfachste auf der Welt."

1988 heiratete Tom Hanks erneut, seine Kollegin Rita Wilson. Mit ihr bekam Hanks zwei weitere Söhne, Chester und Truman Theodore. Zum Urlaub zieht der nahe Los Angeles in Kalifornien sowie im Bundesstaat Idaho lebende Schauspieler sich gern auf eine Insel in der griechischen Ägäis zurück. Im Sommer 2020 erhielt er sogar die griechische Staatsbürgerschaft

Und er pflegt schrullige Hobbys. Auf seinem Twitter-Account postet er gerne mal Fotos von verlorenen Dingen: Handschuhe, Socken, Schuhe. Eine Studentin konnte sich ihren verlorenen Uni-Ausweis im vergangenen Herbst in seinem Büro abholen. Und er hat eine App mit Schreibmaschinen-Geräuschen entwickelt.

Der gute Mensch von Hollywood sponsert Öko-Anliegen, trat für die Schwulenehe ein und gehört zu den leidenschaftlichsten Unterstützern der Demokraten. Während seiner Drehs in den Babelsberg-Studios bei Berlin, so zum Agentenfilm "Bridge of Spies" (Foto), hat er ein Faible für Ostdeutschland entwickelt und schwärmte von der sozialistischen Architektur in Eisenhüttenstadt.

Einmal aber war der "nice guy" gar nicht nett: Nach seinem verunglückten Auftritt bei Markus Lanz in "Wetten dass..?" bemerkte er rundheraus, dass in den USA der Verantwortliche dieser Sendung gefeuert worden wäre. Dabei passt auch diese grimmige Bemerkung zu einem Credo, das er seiner Filmfigur Forrest Gump entlehnt hat: "Immer die Wahrheit sagen."

Im März 2020 hat Tom Hanks sich vermutlich bei einem Ausflug nach Sydney mit Corona infiziert. Seine Frau und er haben sich in Australien zu Dreharbeiten aufgehalten und für sie beide verlief die Krankheit ohne lebensgefährlichen Symptome. Über Twitter hielt er seine Fans auf dem Laufenden und bedankte sich bei allen, die ihm geholfen haben.
Wir gratulieren dem sympathischen Hollywood-Liebling, der von Drama über Komödie und Romanzen alles spielen kann, herzlich zu seinem 65. Geburtstag

Stand: 05.07.2021, 15:23 Uhr