The Mule

Filmszene aus "The Mule" mit Clint Eastwood (l.) und James William Ballard (r.) (2018)

WDR 2 Kino

The Mule

Von Andrea Burtz

Ein 90-jähriger Lilienzüchter heuert als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell an. Sehenswerte Komödie mit Clint Eastwood als bärbeißigem Alten.

Neu im Kino: "Green Book" und "The Mule"

WDR 2 Kino 31.01.2019 03:57 Min. WDR 2

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Earl Stone (Clint Eastwood) ist ein Mann in seinen Achtzigern. Seine Schritte sind schleppend und er hasst das Internet. Der in die Jahre gekommene Veteran ist hoch verschuldet und allein in seinem alten Haus.

Das Internet hat ihm vor Jahren sein Geschäft mit Taglilien zerstört, mit seiner Familie ist er schon lange zerstritten.

Vom Lilienzüchter zum Drogenkurier

Jetzt steht er vor der Zwangsvollstreckung seines Unternehmens. Durch einen Zufall erhält er ein lukratives Jobangebot, bei dem er nur Auto fahren soll. Ohne es gleich zu durchschauen, hat Earl als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert.

Er ist ein "Mule", ein Maulesel geworden. Der unauffällige Opa macht den Job mit seinem alten Truck sehr gut. Seine Fracht wird immer wertvoller, so dass ihm ein Aufpasser des Kartells zugeteilt wird.

Schlechtes Gewissen gegenüber der Familie

Er ist nicht der Einzige, der Earl beobachtet: Der mysteriöse neue Drogenkurier ist ebenfalls auf dem Radar des knallharten DEA-Agenten Colin Bates (Bradley Cooper) aufgetaucht.

Doch weder Geldprobleme noch illegale Machenschaften belasten Earl. Nach Koreakrieg und Familienzwist können ihn Mexikaner mit Pistole nicht mehr schrecken. Es ist das schlechte Gewissen seiner Familie gegenüber, das ihn plagt.

Earl weiß nicht, ob er noch genug Zeit hat, alles in Ordnung zu bringen. 

Clint Eastwood als bärbeißiger Alter 

In "The Mule" steht Clint Eastwood das erste Mal seit "Gran Torino" erneut sowohl vor als auch hinter der Kamera. Wer könnte die Rolle des bärbeißigen Alten auch besser spielen als er?

Earl schert sich nicht um die Leute, macht rassistische Witze und fährt für "das beste Pulled Pork"-Sandwich auch 100 Meilen Umweg und irritiert damit seine Verfolger.

Nach einer wahren Geschichte

Eastwood ("Sully", "American Sniper") inszenierte die wahre Geschichte nach einem Drehbuch von Nick Schenk ("Gran Torino"), der vom New York Times Magazine-Artikel "The Sinaloa Cartels' 90-Year-Old Drug Mule" von Sam Dolnick inspiriert wurde.

Eastwood setzt das Buch konventionell in Szene und passt sein Erzähltempo dem Alter und der Lebensweise der Hauptfigur an. In "The Mule" geht es gemächlich, aber nie belanglos zu. Die Brutalität der Kartelle spart Eastwood genauso wenig aus wie den Todeskampf von Earls Ex-Frau.  

Gradlinige Inszenierung

Für Nebenrollen konnte er wieder Hollywoodstars gewinnen.

Bradley Cooper (sein Hauptdarsteller in "American Sniper") spielt den Verfolgenden, Lawrence Fishburne verkörpert einen Special Agent, Oscar-Gewinnerin Dianne Wiest ("Bullets Over Broadway", "Hannah und ihre Schwestern") ist als Earls Ex-Frau zu sehen und Andy Garcia ("Der Pate: Teil III") überzeugt als Kartellboss.

Clint Eastwood beweist mit fast 89 Jahren, dass er eine Nase für Stoffe und gradlinige Inszenierung hat. Auch wenn er die Botschaft "Die Familie ist das Wichtigste" am Ende überdeutlich zeigt, ist "The Mule" sehenswert.

Komödie, USA 2018, Regie: Clint Eastwood, ab 12 Jahren, Kinostart: 31.01.2019

Stand: 31.01.2019, 00:00