The Lego Movie 2

WDR 2 Kino

The Lego Movie 2

Von Andrea Burtz

Die Lego-Stadt wird von plumpen Monstern attackiert - aus Duplo. In der Fortsetzung des ersten "Lego Movies" ist alles noch etwas schneller, bunter, atemloser. Darunter leidet die eigentliche Story.

Fünf Jahre ist es her, seit Lego Figuren "Hier ist alles super" sangen – in ihrem ersten Kinofilm "The Lego Movie". Es folgten Episoden mit Lego Batman und Ninja Kämpfern – jetzt sind Emmet und Lucy, die Hauptfiguren aus der ersten Episode, mit einem neuen Abenteuer zurück, in dem es schnell kräftig zur Sache geht.

"Super" ist zunächst gar nichts mehr in der Lego-Stadt, die immer wieder von riesigen Monstern mit fiepsigen Stimmen attackiert wird. Sie sind aus plumpen Steinen gemacht, denn es handelt sich um Monster aus, na klar, Duplo. Anführer der schrägen Truppe ist General Mischmasch, der gleich fünf Freunde von Emmet entführt. Deshalb macht sich der liebenswerte Durchschnittstyp mit bravem Mittelscheitel furchtlos in ein anderes Sternensystem auf, um seine Kumpel zu befreien. Er landet in einer Welt, die glänzt und in freundlichem Pink erstrahlt. Nachdem die Figuren eine Weile miteinander zu tun haben und sich besser kennen, erkennen sie Missverständnisse und Vorurteile den anderen gegenüber.

Story leidet unter Zitaten und Anspielungen

Batman, Gandalf, Justice League, Harry Potter – all diese Figuren haben ihre Momente in der rasanten Story. Bruce Willis ist das Lego-Figürchen ohne Haar-Steinchen, man erkennt ihn an seiner Synchronstimme. Jüngere Zuschauer werden allerdings nicht nur hier Probleme haben, Ironie und popkulturelle Anspielungen zu verstehen, die es hagelt – besonders im Mittelteil. Darunter leidet die eigentliche Story, die in unzähligen Verweisen auf andere Filme, Schauspieler, Musik und Zitate, untergeht.

Der Film hat rasantes Tempo, ist schnell geschnitten, selbst die Dialoge wirken oft atemlos. Erst im letzten Drittel kehren die Drehbuchautoren Phil Lord und Chris Miller wieder zu ihrer Ausgangsgeschichte zurück. Wie schon im ersten Teil erklimmen sie in der Fortsetzung die Meta-Ebene und beziehen die Menschen, die Familie und Besitzer der Steine, (Will Ferrell, Maya Rudolph, Jadon Sand, Brooklynn Prince) in die Spielzeugstory mit ein. Wie einsam das Leben einer Lego-Figur unter dem Kühlschrank sein kann, von Menschen ignoriert, erleben wir am Ende mit. Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Spielzeugs, in der "Kiste des Vergessens" im kalten Keller zu landen. Dort ist eben nicht "alles super". Übrigens: Gesungen wird in Lego Movie 2 auch, sogar gleich drei Mal. In dieser euphorischen Fortsetzung ist eben alles etwas höher dosiert, als im originelleren ersten Teil. Schade.

Animationskomödie, USA 2019

Regie: Mike Mitchell ("Für immer Shrek", "Alvin und die Chipmunks 3 - Chipbruch", "Trolls")

Darsteller: Will Ferrell ("Sherlock & Watson", "Die Eisprinzen"), Maya Rudolph ("Brautalarm", "Away we go"), Jadon Sand ("The Lego Movie"), Brooklynn Prince ("The Florida Project")

Länge: 105 min

Kinostart: 07.02.2019

Stand: 07.02.2019, 00:00