Streik

Vincent Lindon als Laurent Amédéo in dem Film "Streik"

WDR 2 Kino

Streik

Von Andrea Burtz

Im südfranzösischen Agen soll ein Werk geschlossen werden, die Mitarbeiter kämpfen um ihre Arbeitsplätze. Spannender Film über die zerstörerischen Gesetze des Marktes.

Die Menschen im südfranzösischen Agen sind aufgebracht: Dem Werk der Perrin-Industrie, dem einzigen größeren Arbeitgeber in der Region, droht die Schließung. Und das, obwohl die 1.100 MitarbeiterInnen über zwei Jahre große Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeit gemacht hatte, um ihre Jobs zu erhalten. Trotz Rekordgewinnen der letzten Bilanz will die Firma, die inzwischen einem deutschen Konzern gehört, das Werk dicht machen. Das wollen sich die ArbeiterInnen nicht bieten lassen. Gemeinsam und solidarisch wollen sie gegen die Schließung ihres Werks protestieren.

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WDR 2 Kino 24.04.2019 02:36 Min. Verfügbar bis 23.04.2020 WDR 2

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Der altgediente Gewerkschafter Laurent Amédéo (eindrucksvoll: Vincent Lindon) führt den Streik an. Doch die Verhandlungen sind zäh, bald wird der Ton rauer. Es entwickelt sich ein nervenzehrender Existenzkampf, der auch unter der heftig kämpfenden Arbeiterschaft zu scharfen Auseinandersetzungen führt. 

Regisseur Stéphane Brizé, dessen Film „Der Wert des Menschen“ vor vier Jahren bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde, setzt sich in „Streik“ erneut mit den zerstörerischen Gesetzen des Marktes auseinander. Es ist ein kämpferischer Film, der Partei für die Streikenden ergreift. Mit unruhiger Kamera, häufig in der Masse gedreht, wirkt „Streik“ über weite Strecken wie eine Reportage. Der erbittert ausgefochtene Arbeitskampf sorgt für eine Dynamik, die schon beim Zuschauen an die Nerven geht.

Brizé drehte Streik in nur 23 Tagen und setzte in vielen Szenen auf Improvisation, die dem Sozialdrama spürbar Wahrhaftigkeit verleiht. Auf seinen Hauptdarsteller Vincent Lindon, der für die Rolle in „Der Wert des Menschen“ mit der der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, kann er sich erneut verlassen. Lindon spielt diesen Laurent Amédéo nicht, er ist der unbeugsame Kämpfer für Gerechtigkeit - mit hochrotem Kopf und hervortretenden Adern. Mit seiner stets brodelnden Wut geht er an die eigenen Grenzen und an die des Zuschauers.

Streik – ein Kampf um Würde und Menschlichkeit, dem man sich nicht entziehen kann.

Drama, Frankreich 2018, Regie: Stéphane Brizé, ab 12 Jahren

Kinostart: 25.04.2019

Stand: 24.04.2019, 00:00