Spider-Man: Far From Home

Szene aus dem Film "Spider-Man: Far From Home": Tom Holland (l) als Spider-Man und Jake Gyllenhaal als Mysterio

WDR 2 Kino

Spider-Man: Far From Home

Von Andrea Burtz

Spider-Man ist zurück: Auf Klassenfahrt in Europa will sich der Superheld erholen. Doch auch hier wartet Arbeit ihn - die Erde wird von "Elementals" bedroht.

Mit der Highschoolklasse quer durch Europa: Darauf freut sich Peter Parker (Tom Holland) alias Spider-Man, in der stillen Hoffnung, seiner Angebeteten MJ (Zendaya) auf der Fahrt endlich näher zu kommen. Doch schon auf dem Hinflug stellt er sich ziemlich unbeholfen an. Auch der umständliche Plan seines besten Freundes Ned (Jacob Bantalon), seinen Kumpel direkt neben MJ zu platzieren, scheitert.

Peter sucht schließlich beim Taubenfüttern auf dem Markusplatz MJs Nähe, als plötzlich die ganze Welt von etwas Bösem angegriffen wird: den "Elementals". Die Urkräfte stammen aus einem Paralleluniversum und meinen es mit den Menschen nicht gut.

Spider-Man-Kostüm im Koffer - frisch gebügelt

Zum Glück hatte Tante May (erneut zauberhaft: Marisa Tomei) ihrem Neffen das frisch gebügelte Spider-Man-Kostüm in den Koffer geschmuggelt. Auch wenn Peter keine Lust hat, als Superheld in Erscheinung zu treten, bleibt ihm bei der Bedrohung nichts anderes übrig.

Wie schon im Vorgänger "Spider-Man: Homecoming" ist der Spinnenmann, den der 23jährige Brite Tom Holland verkörpert, ein nervöser, pubertärer, zweifelnder Teenager. Der durchaus sympathische Milchbubi wirkt so schüchtern, dass er der krasse Gegenentwurf zum Superhelden ist, der er dank seiner Kräfte sein könnte. Die Selbstironie, mit der Regisseur Jon Watts seine Hauptfigur auch beim zweiten Mal ausstattet, funktioniert. Watts scheint es nicht so sehr um Action und grandios choreographierte Szenen zu gehen, sondern um witzige Situationen und Slapstickmomente.

Superheldenfilm startet als Teenager-Komödie

Bis die Welt von den Elementals bedroht wird, ähnelt "Spider-Man: Far From Home" eher Teenagerkomödien aus den 80er Jahren, als einem Superheldenfilm. Mit dem Auftauchen von Quentin Beck alias Mysterio (Jake Gyllenhaal) bekommt der Film eine interessante Wendung, die ihn schließlich auch für ein erwachseneres Publikum interessant macht. Das Thema Täuschung wird inhaltlich und visuell originell durchgespielt.

Tom Holland hatte große Vorgänger: Seit 2002 haben auch Tobey Maguire und Andrew Garfield Spider-Man dargestellt und Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt. Neben der rasant verbesserten Technik gibt es noch eine andere Entwicklung: Während die früheren Spider-Man Episoden schlicht aufeinander aufbauten, ist die aktuelle Spider-Man Figur mit dem kompletten Marvel Cinematic Universe und ihren vielen Charakteren verbunden. Selbstverständlich spielen Dialoge und Handlung auf Avenger-Episoden an, Iron Man, Dr. Strange und Thor werden wie gute Freunde erwähnt. Für echte Fans ein großer Spaß. Für Neueinsteiger eine Herausforderung.

Actionkomödie, USA 2019

Regie: Jon Watts ("Spider-Man: Homecoming", "Cop Car")

Darsteller: Tom Holland ("Spider-Man: Homecoming", "The Impossible", "The first Avenger: Civil War"), Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain", "Prisoners"), Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction"), Marisa Tomei ("The Wrestler"), Zendaya ("The Greatest Showman", "Spider-Man: Far From Home"), Jacob Batalon ("Spider-Man: Homcoming")

Länge: 129

Ab 12 Jahren

Kinostart: 04.07.2019

Stand: 04.07.2019, 00:01