Skyscraper

WDR 2 Kino

Skyscraper

Von Andrea Burtz

Der ehemalige FBI-Einsatzchef Will Sawyer hat in Hongkong einen neuen Job: In einem Wolkenkratzer soll er für Sicherheit sorgen. Doch es kommt zur Katastrophe - es brennt und seine Familie ist eingeschlossen. Actionspektakel mit Dwayne "The Rock" Johnson.

Sein weißes Hemd ist voller Blut, der Blick entschlossen: Will Sawyer (Dwayne "The Rock" Johnson) rennt über den Arm eines Krans, der nah an das Hochhaus ragt, unter ihm pulsiert das Leben in Hongkong. Denn das architektonische Wunderwerk ist dreimal so hoch wie das Empire State Building, hat 240 Etagen und steht in Flammen. Wills Kinder und die Ehefrau (Neve Campbell) sind in ihrer Wohnung über dem Feuer gefangen. Das muskelbepackte Familienoberhaupt lässt Ängste hinter sich und springt ins Inferno, um die drei zu retten.

Action, Effekte und Stunts

Dass eine solche Distanz in luftiger Höhe selbst von einem Dreispringer unmöglich in einem Satz zu überbrücken wäre – geschenkt. Mit solchen Realitätschecks hält sich Regisseur und Drehbuchautor Rawson Marshall Thurber ("Wir sind die Millers", "Central Intelligence") nicht auf. Wer eine ausgeklügelte Geschichte oder gezirkelte Dialoge erwartet, ist hier im falschen Film. In "Skyscraper" gibt es saftige Action, Effekte und Stunts des Hollywoodstars Dwayne Johnson, dem die Story sogar eine weichere Seite zugesteht. Denn Will war mal FBI Mann, der bei einem Einsatz patzte und so einen Unterschenkel verlor. Als Sicherheitschef für das neue Hochhaus in Hongkong versucht er jetzt, sein Selbstbewusstsein zurückzugewinnen und seine Familie zu retten. Die Verletzung macht ihn – im Rahmen eines Actionfilms wohlgemerkt - mal ein bisschen menschlicher. Auch wenn Will seinem Körper schier unglaubliches abverlangt, ist er nicht "unkaputtbar".

Von einer Prothese lässt er sich nicht aufhalten. Im Gegenteil. Will weiß sie im Gefecht zu nutzen, wenn er schweißgebadet an der Gebäudefassade entlanghangelt, sprintet und kämpft.

Die Kanadierin Neve Campbell, die es in "Scream", der Teenhorror-Reihe zu internationaler Bekanntheit brachte, spielt Wills geerdete Gattin. Sie verleiht der Story, die in jeder Hinsicht über den Wolken schwebt, ein wenig Bodenhaftung. Marshall Thurber nutzt sämtliche Schauwerte, die eine solche Actionstory über den Wolken bietet.

Dwayne "The Rock" Johnson, der den Film mitproduzierte, liefert verlässlich. Und wer in der Hochhaus-Geschichte Elemente von "Stirb langsam" wiedererkennt – stimmt! Im November ist es 30 Jahre her, dass der Klassiker in deutsche Kinos kam. Drei Jahrzehnte, in denen Technik und Effekte fortgeschritten sind. Eine Entwicklung, die Marshall Thurber zu nutzen und die Actionfilmgemeinde zu schätzen weiß.

Action, USA 2018, Regie: Rawson Marshall Thurber, ab 12 Jahren

Kinostart: 12.07.2018

Stand: 12.07.2018, 00:00