Schiff ahoi! Die schönsten Seefahrer-Filme

Schiff ahoi! Die schönsten Seefahrer-Filme

Von Ingo Neumayer

Piraten und Offiziere, Wale und Eisberge: Wer zur See fährt, muss mit allem rechnen. Das zeigt sich auch immer wieder auf der Kinoleinwand.

Filmszene "Große Freiheit No. 7"

Bärbeißig, singfreudig, das Herz auf dem rechten Fleck: Hans Albers gilt als einer der Prototypen des Seemann-Darstellers. In "Große Freiheit Nummer 7" spielt er Hannes Kröger, seine Paraderolle. Rastlos stromert dieser durch die Enge St. Paulis, voll unerfüllter Liebe und Sehnsucht nach dem weiten Meer. Und mit "La Paloma" erschafft er auch noch einen unverwüstlichen Klassiker der Seemannslieder.

Bärbeißig, singfreudig, das Herz auf dem rechten Fleck: Hans Albers gilt als einer der Prototypen des Seemann-Darstellers. In "Große Freiheit Nummer 7" spielt er Hannes Kröger, seine Paraderolle. Rastlos stromert dieser durch die Enge St. Paulis, voll unerfüllter Liebe und Sehnsucht nach dem weiten Meer. Und mit "La Paloma" erschafft er auch noch einen unverwüstlichen Klassiker der Seemannslieder.

Wo ein Schiff ist, ist auch oft eine Meuterei nicht weit. Zumindest auf der "Bounty" passiert das regelmäßig - und mit höchst prominenten Beteiligten. 1935 wird der meuternde Offizier Christian Fletcher, der sich gegen den brutalen Käptn Bligh wehrt, von Clark Gable (2.v.r.) gespielt.

1961 übernimmt Marlon Brando die Rolle des Christian. Der lernt bei den Dreharbeiten in Tahiti die Tänzerin Tarita Teriipaia kennen, mit der er eine jahrzehntelange Achterbahn-Beziehung beginnt. Und auch die Gegend gefällt Brando außerordentlich. Er pachtet kurzerhand die Insel Tetiaroa, auf der er fortan einen Großteil seiner freien Zeit verbringt.

1984 kommt die nächste "Bounty"-Verfilmung - erneut mit vielen Stars. In den Hauptrollen stehen sich Mel Gibson als Christian und Anthony Hopkins als Kapitän Bligh gegenüber. Auch Laurence Olivier, Daniel Day-Lewis und Liam Neeson sind Teil der Besatzung. Zudem gibt sich der Film Mühe, Kapitän Bligh vielschichtiger und zerrissener zu zeigen als seine Vorgänger. Doch das alles nutzt nichts: Der Film floppt.

Der eine Seemann ringt mit der Liebe und dem Fernweh, der andere mit gestrengen Vorgesetzten. Doch es lauert noch mehr Ungemach auf hoher See - zum Beispiel in Form einer furchteinflößenden Kreatur. 1955 kommt "Moby Dick" in die Kinos und macht Gregory Peck endgültig zum Weltstar. Die Art, wie er den besessenen Kapitän Ahab spielt, der immer tiefer in den Wahnsinn abgleitet und der an nichts anderes denken kann, als den weißen Wal zu erlegen, jagt einem auch heute noch Schauer über den Rücken.

Nicht ganz so gruselig, aber fast genauso beeindruckend ist die Led-Zeppelin-Variante von "Moby Dick". In der Live-Variante nimmt die Band ihren Song als Ausgangspunkt für zahlreiche Variationen und ein ausgedehntes Schlagzeugsolo, so dass sich die Nummer an manchen Abenden zu einem riesigen, 45-minütigen Monster entwickelt.

Zählen U-Boot-Besatzungen eigentlich auch als Seefahrer? Natürlich - denn die Aufgaben sind über und unter der Wasseroberfläche gleich: Auftrag erfüllen, Ausraster verhindern, heil wieder zu Hause ankommen. "Das Boot" wurde zwar schon vor 40 Jahren gedreht, ist aber immer noch einer der besten und spannendsten deutschen Filme überhaupt.

Weniger dramatisch und gefährlich geht es auf einem anderen deutschen Boot zu: Dem "Traumschiff". Dort muss man keinen Wasserminen ausweichen, sondern liebestollen Rentnern. Und statt Schiffszwieback und ollem Sauerkraut gibt es Scampi und Schampus.

Wie gut kann ein Film werden, bei dem jeder schon vorher das Ende kennt? James Cameron bewies mit "Titanic": Sehr gut. Denn rund um den tragischen Untergang des Schiffes arrangiert er eine Liebesgeschichte, die Millionen Menschen weltweit zu Herzen rührt.

Das liegt unter anderem auch an der Musik. Mit dem Titelsong "My Heart Will Go On" gelingt Celine Dion ein Schmachtfetzen für die Ewigkeit.

Im neuen Jahrtausend gelten Seefahrerfilme eigentlich als "out" und wenig erfolgsversprechend. Doch dann kommt Johnny Depp und verpasst dem Genre mit "Fluch der Karibik" eine tüchtige Wiederbelebung. Fünf Teile gibt es inzwischen, und die Umsätze gehen in die Milliarden.

Übrigens: Für die Rolle des leicht verpeilten, aber charmanten Piraten Jack Sparrow ließ sich Johnny Depp von Stones-Legende Keith Richards inspirieren. Richards fühlte sich offenbar geehrt und ging ebenfalls an Bord: Im dritten und vierten Teil spielt er Johnny Depps Vater.

Stand: 22.06.2020, 11:41 Uhr