1917

George MacKay in einer Szene des Films "1917"

1917

Von Andrea Burtz

An der Westfront des Ersten Weltkriegs werden zwei junge britische Soldaten mit einer gefährlichen Mission betraut, von der das Überleben der Einheit abhängt: Eindringliches Kriegsdrama von Sam Mendes.

Auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkriegs werden die jungen britischen Soldaten William Schofield (George MacKay) und Tom Blake (Dean Charles Chapman) mit einer hoch gefährlichen Mission betraut: Sie sollen zu Fuß 14 Kilometer feindliches Gebiet durchqueren, um persönlich eine Nachricht an eine andere Einheit zu überbringen. Längst hat der Feind die Telefonleitungen gekappt. Der Befehl soll verhindern, dass diese Kameraden in einen Hinterhalt der Deutschen marschieren. Die Leben von 1.600 britischen Soldaten stehen auf dem Spiel – auch das von Toms Bruder.

Düstere Bilder vom Schlachtfeld

Gemeinsam machen sich die beiden unerfahrenen Soldaten auf den Weg durch Kadaver, Blut und Matsch. Schon nach ein paar Metern reißt sich Schofield die Hand am Stacheldraht auf, stolpert und stürzt in einen Leichnam, den Ratten zerfressen haben. Es sind düstere Bilder, die Kameralegende Roger Deakins einfängt.

Das Besondere an diesem Film ist sein Konzept: Die packende Geschichte ist – fast – in einer einzigen Einstellung gedreht. Es ist eine scheinbar ununterbrochene Kamerafahrt, die hautnah bei den Schauspielern bleibt, Regungen einfängt, den Zuschauer zeitgleich mit in ungewisse Situationen stürzt. Dadurch wird die Geschichte, die Regisseur Sam Mendes mitgeschrieben hat, so eindringlich.

Wuchtig und spannend wie ein Thriller

Die Atemlosigkeit, mit der Schofield und Blake durchs Kriegsgeschehen hetzen, macht den Kriegsfilm wuchtig und spannend wie einen Thriller. Nur an wenigen Stellen erfährt man etwas Persönliches aus dem Leben der beiden blutjungen Männer, deren Angst und Naivität George MacKay und Dean Charles Chapman überzeugend spielen.

Der eine stammt vom Land und kann unterschiedliche Kirschbäume an ihren Blüten ausmachen, der andere hält inne, als er ein zurückgelassenes Foto eines Kameraden entdeckt. Erst später wird klar, woran ihn das Bild erinnert. Denn schnell holt sie das unerbittliche Kriegsgeschehen immer wieder ein. Hochkonzentriert hetzen sie von einer Extremsituation in die nächste, um ihre Mission zu erfüllen.

Ein Kriegsfilm, der sich ins Gedächtnis einbrennt.

Kriegsdrama, USA 2019, Regie: Sam Mendes, ab 12 Jahren

Kinostart: 16.01.2020

Stand: 16.01.2020, 00:00