Mortal Engines: Krieg der Städte

Szene aus dem Film "Mortal Engines: Krieg der Städte"

WDR 2 Kino

Mortal Engines: Krieg der Städte

Von Andrea Burtz

"Mortal Engines" spielt in einer düsteren Zukunft, als die Erde schon seit langer Zeit verwüstet ist. Menschen leben in riesigen Metropolen auf Rädern, die kleinere Städte gnadenlos verschlingen.

Gigantische Maschinen fahren über ausgezehrtes Land.  Die Erde ist nach einer Naturkatastrophe völlig verwüstet, die Menschheit hat sich angepasst. Städte sind notgedrungen mobil und fahren auf riesigen Rädern durch karge Landschaft und verschlingen im Kampf um Ressourcen kleinere Städte. In diesen rollenden Metropolen versuchen die Leute, irgendwie zu überleben.

Eine von ihnen ist die junge Hester Shaw (Hera Hilmar), eine furchtlose Kämpferin mit Narbe auf der Wange, die den Tod ihrer Mutter rächen will. Sie ist auf der Flucht. Warum sie – anders, als die anderen Bewohner Londons – Wissenschaftler Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) bis aufs Blut hasst, erklärt sich im Laufe der Story, die sowohl in der Inszenierung, als auch in ihrer Musik pathetisch daherkommt.

Überladene Geschichte, technischer Bombast

"60 Minuten brauchte es nur, dann stand die Menschheit am Rand der völligen Vernichtung. Die Menschen wurden mobil. Ein neues Zeitalter begann. Das Zeitalter der großen Raubstädte." So führt eine dunkle Erzählstimme in die düstere Zukunftsvision ein, die Romanautor Philip Reeves erdacht hat. Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson ("Herr der Ringe") las alle vier Bände und war von Story so fasziniert, dass sich in seinem Kopf gleich Kinobilder einstellten. Kurzerhand schrieb Jackson mit Fran Walsh und Philippa Boyens das Drehbuch, produzierte den Film und überließ die Regie Christian Rivers, der sich bislang vor allem im Department "Visuelle Effekte" einen Namen gemacht hat. Die Schauwerte stimmen auch. Allerdings ist die Geschichte durch zu viele Figuren überladen und verliert sich an Nebenschauplätzen und Hintergrundgeschichten.

Computeranimationen der riesigen Maschinen beeindrucken, auch die Darstellung der ausgebeuteten Erde prägt sich ein. Die Figuren bleiben allerdings allesamt fremd. Es fällt schwer, bei ihrem Überlebenskampf mitzufiebern, weil er zu schwer nachzuvollziehen ist.

Mehr Nähe zu der jungen Kämpferin, mehr Alltagssituationen, die ihr Handeln sichtbar verständlich machen, hätten Hester Shaw zu einer neuen "Katniss Everdin", der Heldin aus "Triute von Panem" machen können. Doch technischer Bombast stiehlt der eigentlichen Heldin Hera Hilmar die Show.

Fantasy, USA 2018

Regie:
Christian Rivers ("Minutes past Midnight")

Darsteller: Hera Hilmar ("Anna Karenina", "An Ordinary Man"), Hugo Weaving ("Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs", "Cloud Atlas"), Robert Sheehan ("Love/Hate", "Fortitude"), Jihae ("Mars", "2B")

Länge: 129 min

Ab 12 Jahren

Kinostart: 13.12.2018

Stand: 13.12.2018, 00:01