Monsieur Claude 2

Christian Clavier als Claude Verneuil und Chantal Lauby als Marie Verneuil in einer Szene des Films "Monsieur Claude 2"

WDR 2 Kino

Monsieur Claude 2

Von Andrea Burtz

Monsieur Claude ist konservativ, liebt das Landleben, seine Töchter haben ihm vier Multikulti-Schwiegersöhne vorgesetzt. Nun wollen sie mit ihren Familien Frankreich verlassen. Für das Bleiben der Töchter setzt Monsieur alle Hebel in Bewegung.

Was mussten Monsieur Claude Verneuil (Christian Clavier) und seine Frau Marie (Chantal Lauby) nicht alles über sich ergehen lassen? Beschneidungsrituale, Hühnchen halal, koscheres Dim Sun und nicht zuletzt den Besuch der Familie Koffi von der Elfenbeinküste. Doch seit den vier multikulturellen Hochzeiten ihrer Töchter ist das französische Vorzeigeehepaar unübertroffen darin, andere in ihr Leben zu integrieren. Mittlerweile haben sie nicht nur einen jüdischen, einen muslimischen, einen chinesischen und einen afrikanischen Schwiegersohn, sondern auch noch eine bunte Schar Enkelkinder.

Schönes Landleben in der französischen Provinz

Als frisch gebackener Kosmopolit und Rentner rafft sich Monsieur Claude auf, um allen Heimatländern seiner Schwiegersöhne einen Besuch abzustatten. Claude kann die Heimreise kaum erwarten, denn in der französischen Provinz zwischen Kuhweiden, Rotwein und Schinken finden er es am schönsten. Marie und Claude freuen sich auf ihr Großeltern-Dasein "en France".

Rassismus im Alltag

Aber: Die vier Töchter machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Denn ihre Ehemänner erleben täglich Anfeindungen im Job: Schauspieler Charles wird nur als Drogendealer besetzt, Anwalt Rachid hat es satt, ausschließlich Burkaträgerinnen zu vertreten und Bankier Chao fürchtet sich in der Banlieue vor Übergriffen. Alle vier Familien wollen Frankreich verlassen.

Das wollen Claude und Marie verhindern und setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um sie zum Bleiben zu bewegen. Plötzlich bekommt Charles seine Traumrolle am Theater angeboten und auch im Alltag begegnen Franzosen den Männern mit außergewöhnlicher Freundlichkeit. Monsieur Claude hat viele Tricks im Ärmel und öffnet dafür bereitwillig sein dickes Portemonnaie

Temporeiche Familiengeschichte

Die Familie Verneuil kehrt ins Kino zurück. Fünf Jahre nach dem großen Erfolg in Frankreich (12 Millionen Zuschauer) und etwas später auch in Deutschland (4 Millionen Zuschauer) setzt Regisseur und Drehbuchautor Philippe de Chauveron die temporeiche Familiengeschichte fort.

Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten kommt "Monsieur Claude 2" in Fahrt. Auch der zweite Teil brilliert nicht durch feinsinnige Ironie und Schmunzler, sondern durch direkten Humor, der manchmal mit dem Holzhammer einschlägt. Es hagelt derbe Witze über gesellschaftspolitische Themen wie die Homoehe, Ethnien werden auf Klischees reduziert. Genüsslich jongliert Chauveron mit Vorurteilen.

Überzeichnete Figuren

Bei Verneuils wird sich geärgert und gestritten. Alle Figuren sind überzeichnet und kriegen ihr Fett weg – von Monsieur Claude, dem engstirnigen Franzosen bis zu Monsieur Koffi, der zum zweiten Mal als sturer afrikanischer Patriarch mit rollenden Augen brilliert. Hintergründige neue Erkenntnisse hat der Film nicht zu bieten. Er hält auf launige Art dem Zuschauer den Spiegel vor.

Komödie, Frankreich 2019

Regie: Philippe de Chauveron ("Alles unter Kontrolle!", "Monsieur Claude und seine Töchter")

Darsteller: Christian Clavier ("Asterix und Obelix: Mission Kleopatra", "Die Zeitritter", "Die Schutzengel", "Die Besucher"), Chantal Lauby ("Zu Ende ist alles erst am Schluss", "Asterix und Obelix: Mission Kleopatra"), Frédérique Bel ("Mathilde – Eine große Liebe"), Julia Piaton ("Ziemlich dickste Freundinnen"), Emile Caen ("Ziemlich beste Freunde"), Elodie Fontan ("Die Pariserin – Auftrag Baskenland"), Ari Abittan ("Madame", "Coco"), Medi Sadoun ("Alles unter Kontrolle!"), Frédéric Chau ("From Paris with Love"), Noom Diawara ("Monsieur Claude und seine Töchter")

Länge: 98 min

Keine Altersbeschränkung

Kinostart: 04.04.2019

Stand: 04.04.2019, 00:01