In der Hauptrolle: Hotels und ihre Menschen

In der Hauptrolle: Hotels und ihre Menschen

Von Antonia Kasparek

Hotels sind ein eigener Mikrokosmos – eine eigene kleine Welt. Es sind Orte der Begegnung, der Liebe, der Trennung, des Dramas und der Komödie – und daher auch oft der Schauplatz in Filmen.

Szene aus Lost In Translation

In "Lost in Translation" irrt Bill Murray mit Scarlett Johansson schlaflos durch Tokio und versteht gar nichts. Der Film spielt im "Park Hyatt Tokyo" im Tokioter District Shinjuku. Das Hotel belegt in einem Hochhaus die 14 obersten Stockwerke eines 52-geschossigen Gebäudes. Zuoberst ist das Restaurant "New York Grill", wo Bob und Charlotte sich an der Bar treffen.

In "Lost in Translation" irrt Bill Murray mit Scarlett Johansson schlaflos durch Tokio und versteht gar nichts. Der Film spielt im "Park Hyatt Tokyo" im Tokioter District Shinjuku. Das Hotel belegt in einem Hochhaus die 14 obersten Stockwerke eines 52-geschossigen Gebäudes. Zuoberst ist das Restaurant "New York Grill", wo Bob und Charlotte sich an der Bar treffen.

Vicki Baums internationaler Erfolgsroman "Menschen im Hotel" wurde, nachdem er ins Englische übersetzt worden war, zuerst am New Yorker Broadway aufgeführt und machte die Autorin in Amerika bekannt.

Die Erstverfilmung des Buches unter dem Titel "Grand Hotel" von 1932 mit Stars wie Greta Garbo, Joan Crawford und John Barrymore erhielt den Oscar in der Kategorie "Bester Film". "Grand Hotel" wurde im Studio gedreht, und zwar in den Metro-Goldwyn-Mayer-Studios in Culver City, Kalifornien.

Das Overlook-Hotel in den Bergen Colorados jagt jedem Kinogänger immer noch Schauer über den Rücken. Hier spielt der Film "Shining" von Stanley Kubrick, in dem das Hotel selbst Jack Nicholson in den Wahnsinn treibt.

Die Idee zu "The Shining" kam Autor Stephen King im "Stanley" Hotel in Estes Park, Colorado, am Eingang zum Rocky Mountain National Park.

Auch John Turturro als Barton Fink sitzt in dem gleichnamigen Film der Coen-Brüder als Autor in einem Hotelzimmer: Irgendwo in Los Angeles in dem schäbigen Hotel "Earle", das menschenleer wirkt. Nur die Schuhe vor den Zimmertüren der langen Hotelflure deuten an, dass er nicht alleine ist. Die Tristesse setzt sich fort in einem farblos gespenstischen Interieur der hellhörigen Zimmer. Unter der schwülen Hitze lösen sich Tapeten schmatzend von den Wänden und die Fenster lassen sich nicht öffnen.

Wer das Pech hat, seine Fahrt in Bates Motel zu unterbrechen, läuft Gefahr, wie Janet Leigh als Marion Crane von Norman Bates (Anthony Perkins) in den Kleidern seiner Mutter erstochen zu werden. "Psycho" von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1960 hat bis heute nichts von seinem Grusel verloren. Auf dem Gelände der Universal Studios stehen bis heute noch das Bates Motel und Norman Bates’ Haus. Als Vorbild für letzteres diente das Gemälde "Haus am Bahndamm" von Edward Hopper.

Auch im Mystery-Thriller "Bad Times at the El Royale" von 2018 geht es gruselig zu: Sieben Fremde, jeder mit einem dunklen Geheimnis, treffen am Lake Tahoe im El Royale zusammen, einem heruntergekommenen Hotel mit düsterer Vergangenheit.

Dagegen ist "Pretty Woman" eine richtige Cinderella-Geschichte mit Happy End. Die Bordsteinschwalbe Vivian (Julia Roberts) verdreht Richard Gere den Kopf und angelt sich im Hotel nicht nur seine Kreditkarte. "Pretty Woman" wurde im Hotel "Beverly Wilshire" (früher "Regent Beverly Wilshire") in Beverly Hills gedreht.

"Grand Budapest Hotel" wurde im ostdeutschen Görlitz gedreht, und zwar im leerstehenden Görlitzer Warenhaus aus dem Jahr 1913. Der Hotelfilm von Wes Anderson erzählt von dem verblichenem Glanz der Habsburgerzeit, den Concierge spielt Ralph Fiennes.

Im "Best Exotic Marigold Hotel" im indischen Jaipur kann von fünf Sternen nicht die Rede sein. Aber seine Bewohner, britische Senioren alias Judi Dench, Bill Nighy und Maggie Smith adeln als Post-Kolonialisten diese charmante Hotelkomödie. Das Best Exotic Marigold Hotel heisst in der Realität "Ravla Khempur" und ist ein indisches Reiter-Hotel, das ursprünglich einem Lokalfürsten gehörte.

"The Million Dollar Hotel" ist ein Thriller von Wim Wenders aus dem Jahr 2000, in dem der Sohn eines vermögenden Medien-Moguls, Israel Goldkiss, Selbstmord in einem heruntergekommenen Hotel in Los Angeles begeht. Die Idee zu diesem Film kam Bono, Sänger von U2, während der Dreharbeiten zum Musikvideo "Where the Streets Have No Name", die 1987 auf dem Dach des "Roslyn Million Dollar Hotels" in Los Angeles stattfanden.

Hotels sind Durchgangsorte, in denen allerhand geschieht, was man sich zu Hause kaum vorstellen kann – es ist also nicht verwunderlich, dass sie auch im Film immer wieder eine wichtige Rolle innehaben.

Stand: 06.08.2019, 14:32 Uhr