Mein Bester & Ich

Szene aus "Mein Bester & Ich"

WDR 2 Kino

Mein Bester & Ich

Von Andrea Burtz

Die französische Komödie "Ziemlich beste Freunde" hat weltweit bereits über 400 Millionen Dollar eingespielt. Jetzt kommt das Hollywood-Remake in die Kinos.

Neu im Kino: "Vice - Der zweite Mann" und "Mein Bester & Ich"

WDR 2 Kino 14.02.2019 03:41 Min. Verfügbar bis 21.02.2020 WDR 2

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Der frisch aus dem Knast entlassene Dell (Kevin Hart) sucht einen Job. Oder besser: Er kämpft um drei Unterschriften von potentiellen Arbeitgebern, bei denen er sich vorgestellt hat.

So landet er auch in der luxuriösen Penthouse-Wohnung des gelähmten Philip, der einen neuen Pfleger sucht – und zwar rund um die Uhr. Philips Assistentin (Nicole Kidman) beäugt jeden Bewerber äußerst kritisch.

Pfleger ohne Fachausbildung

Für sie kommt der schnodderige Typ ohne Fachausbildung, der aus seinem Desinteresse an Philips Krankheit keinen Hehl macht, nicht in Frage.

Doch ihr Chef Philip (Bryan Cranston) findet den unverstellten Typen spannend. Endlich mal jemand, der ihn so behandelt wie jeden anderen auch. Er stellt Dell ein.

Ungewöhnliche Freundschaft

Zwischen dem Kleinkriminellen und dem Gelähmten aus der Upper Class entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Die Geschichte kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt!

"Mein Bester & Ich" ist die US-Neuverfilmung des französischen Kassenschlagers "Ziemlich beste Freunde", der vor sieben Jahren weltweit mehr als 400 Millionen Dollar einspielte. Ein intelligenter Film, der witzig und berührend zugleich war.

Remake reicht nicht ans Original heran

Das Remake hat seine Momente, reicht jedoch an das Original nicht heran. Das liegt vor allen Dingen an der Besetzung von Kevin Hart als Pfleger, dem Charisma und strahlendes Lächeln von Omar Sy fehlen. Es dauert, bis man als Zuschauer mit ihm warm wird.

Anders als Omar Sy, der seine Figur von Beginn an mit unschlagbarem Charme ausstattete. Die Chemie zwischen Bryan Cranston und Kevin Hart stimmt. Die von Paris nach New York verlegte Story funktioniert auch ohne jede Drogengeschichte, ohne die legendäre Tanzszene vor Philips steifen Freunden.

Typsich fürs US-Kino: der Vater-Sohn-Konflikt

In der US Fassung spielt die Suche nach einer neuen Lebensgefährtin für Philip eine größere Rolle, ohne jedoch sinnstiftend zu sein. Außerdem kämpft Dell nicht nur mit seiner sozialen Herkunft, sondern auch um die Sympathie seines Sohnes, den er vernachlässigt hat.

Ein – fürs US Kino typischer – Vater-Sohn-Konflikt muss überwunden werden, den es in der französischen Fassung nicht gab.

Auch wenn manche Kameraeinstellungen des Originals eins zu eins übernommen wurden und auch der Kern der wahren Geschichte derselbe bleibt: An "Ziemlich beste Freunde" reicht "Mein Bester & Ich" einfach nicht heran.

Tragikkomödie, USA 2018, Regie: Neil Burger, ab 6 Jahren, Kinostart: 21.02.2019

Stand: 21.02.2019, 00:00