Lindenberg! Mach' Dein Ding

Jan Bülow (m) als Udo und Max von der Groeben (r) als Steffi Stephan in einer Szene des Films "Lindenberg! Mach dein Ding!"

Lindenberg! Mach' Dein Ding

Von Andrea Burtz

Von Gronau nach St. Pauli - Udo Lindenbergs erste Schritte ins Show-Business: mitreißender Musikfilm mit Jan Bülow als Udo Lindenberg.

"Ein bisschen holperdiestolper, fliegst immer in die Ecke und so. Aber dann findest Du Deinen Weg wieder und kriegst Dein Ding hin. Ein bisschen größenknallig, aber immer kombiniert mit und schön: Think big!" So beschreibt der 73-jährige Udo Lindenberg seinen Lebensweg in der Musikszene. Die Regisseurin Hermine Huntgeburth hat Udos Anfangsjahre bis 1973 jetzt im witzigen, spannenden und sehr berührenden Biopic "Lindenberg! Mach Dein Ding" inszeniert.

Neu im Kino: "Lindenberg! Mach Dein Ding" und "Bad Boys for Life"

WDR 2 Kino 16.01.2020 03:14 Min. Verfügbar bis 15.01.2021 WDR 2

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"Wir Lindenbergs werden Klempner und sonst nix!"

Sie erzählt von Udos Kindheit zu Beginn der 1950er Jahre im westfälischen Gronau, von seinem trinkenden, depressiven Vater Gustav (Charly Hübner), der seinen Sohn zum Klempner machen will, wie alle Männer in der Familie, um Udo schließlich doch seinen Herzenswunsch zu erfüllen: ein eigenes Schlagzeug. Der Junge hat Rhythmus und einen starken Willen, geht zur Kellnerlehre nach Düsseldorf, bricht sie ab und landet in Hamburg. Dort macht er kleine Clubs unsicher, trommelt was er kann. Seine erste Platte – auf englisch – floppt. Dann setzt sich Udo mit seiner Muttersprache durch: "Alles klar auf der Andrea Doria" wird 1973 ein riesiger Erfolg und großes Finale des Spielfilms.

Umwege zum Erfolg

"Lindenberg! Mach Dein Ding" erzählt von Umwegen zum Erfolg, von Rückschlägen, Alkohol und Lebensfreude. Ein Glücksgriff ist der Darsteller des erwachsenen Udo: Newcomer Jan Bülow. Er imitiert Lindenbergs Manierismen nicht, sondern spielt den noch suchenden Udo, der Unsicherheit und Willenskraft in sich vereint. Und das berührt. Genauso wie sein Gesang der bekannten Lindenberg Songs.

Verrauchte Clubs und Feinripp

Das Zeitkolorit ist in verrauchten Clubs genauso eingefangen wie in bunten Feinripp-Männerschlüpfern, die auf wilden Hamburger WG-Partys zu sehen sind.

Auch die Nebenrollen sind mit Charly Hübner als Vater, Ruby O. Fee als Geliebte und Detlev Buck als windiger Plattenfirmenfuzzi Mattheisen am Rande der Karikatur großartig besetzt.

Ein Film, der berührt und Spaß macht. Nicht nur Musikfans!

Biopic, Deutschland 2019

Regie: Hermine Huntgeburth ("Die weiße Massai", "Das Trio", "Bibi Blocksberg")

Darsteller: Jan Bülow ("Radio Heimat"), Detlev Buck ("Männerpension", "Bibi & Tina“), Charly Hübner ("Junges Licht", "Polizeiruf"), Ruby O. Fee ("Die Unsichtbaren – Wir wollen leben", "Als wir träumten")

Länge: 134 Minuten

ab 12 Jahren

Kinostart: 16.01.2020

Stand: 16.01.2020, 00:01