König der Löwen

Mufasa und Simba

WDR 2 Kino

König der Löwen

Von Andrea Burtz

Vor 25 Jahren kam „Der König der Löwen“ in die Kinos - er ist bis heute der erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten. Kann die Neuauflage mit fotorealistischen Naturaufnahmen mit dem Original mithalten?

Der kleine Löwe Simba blickt an der Seite seines Vaters in die Weite der Savanne, tief beeindruckt vom Land, das er später einmal regieren soll. Mächtige Elefanten, unzählige Gnus und auch fleißige Mistkäfer gehören dazu. „Die Herrschaft eines Königs geht auf und unter wie die Sonne“, lehrt ihn sein Vater Mufasa. „Eines Tages geht die Sonne meiner Herrschaft auch unter und geht mit Dir als neuem König wieder auf!“

Schon bald muss Simba den Tod seines Vaters miterleben, die genauen Umstände kann der kleine Löwe nicht verstehen. Simba flieht aus seinem Reich, um Jahre später zurückzukehren und für Gerechtigkeit zu kämpfen.

Von verspielten Zeichnungen zu dramatischem Fotorealismus

Vor 25 Jahren kam „Der König der Löwen“ in die Kinos und ist bis heute der erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten. Rechtzeitig zum runden Geburtstag in diesem Jahr bringt Disney eine Neuauflage der erfolgreichen Geschichte ins Kino und hat dafür Regisseur Jon Favreau verpflichtet, der bereits vor drei Jahren aus dem Disney Klassiker „Das Dschungelbuch“ einen erfolgreichen Live Action Film mit realen Schauspielern und viel Computertechnik schuf.

Wie das Zeichentrick-Original aus dem Jahr 1994 erzählt auch die „König der Löwen“ Neufassung vom Erwachsenwerden des kleinen Simba und den dramatischen Kampf um sein Land – fast eins zu eins. Neu sind hingegen die Bilder: Aus verspielten Zeichentrickszenen sind fotorealistische Naturaufnahmen geworden.

Eine wirklich stimmige Inszenierung?

Vom glänzenden Hyänenfell bis zum aufwirbelnden Savannenstaub sieht alles so täuschend echt aus, wie in einer Naturdokumentation. Dadurch geht vor allem den erwachsenen Löwen der Kuscheltier-Anstrich verloren und ihre Kämpfe wirken bedrohlich. Erst wenn Warzenschwein und Erdmännchen mit lässigen Sprüchen für gute Stimmung sorgen, ist Der König der Löwen auch wieder kindgerecht.

Trotz ihres realistischen, furchterregenden Ausdrucks haben Hyänen und auch der böse Löwe Scar Lieder auf den Lippen. Das wirkt befremdlich, auch wenn Stars wie Beyoncé den Tieren ihre Stimme leihen. Hans Zimmer, der für seinen Score vor 25 Jahren mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, hat für die Neufassung die musikalische Interpretation nochmal aufgefrischt, Beyoncé hat den Song „Spirit“ für den Film geschrieben.

Hand aufs Herz: Das Original war in seiner Inszenierung stimmiger und ist auch durch modernste Technik nicht zu toppen.

Abenteuer, USA 2019

Regie: Jon Favreau („Das Dschungelbuch“, „Cowboys & Aliens“, „Iron Man“, „Iron Man 2“)

Stimmen: Simba (Leonard Hohm), Nala (Magdalena Turba), Mufasa (Matti Klemm), Pumbaa (Daniel Zillmann), Scar (Torsten Michael), Shenzi (Florence Kasumba)

Länge: 118 min

Ab 6 Jahren

Stand: 17.07.2019, 00:01