Just Mercy

Michael B. Jordan (l) als Bryan Stevenson und Jamie Foxx als Walter McMillian in einer Szene des Films "Just Mercy"

Just Mercy

Von Andrea Burtz

Ein mittelloser Schwarzer wird in einem fragwürdigen Indizienprozess wegen Mordes zum Tode verurteilt. Ein junger Anwalt nimmt sich des Falles an. Gerichtsdrama um Rassismus und Willkür in der US-Justiz.

Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) hat sein Jurastudium an der renommierten Harvard University beendet. Bei einem Praktikum im Todestrakt eines Gefängnisses waren ihm Verurteilte in seinem Alter, mit seiner Herkunft und seiner Hautfarbe begegnet. Das hat ihn nie losgelassen.

Stevenson beschließt, Menschen zu verteidigen, die zu Unrecht verurteilt wurden oder sich keine angemessene Verteidigung leisten konnten: Schwarze im Bundesstaat Alabama. In der ortsansässigen Anwältin Eva Ansley (Brie Larson) findet er eine idealistische Unterstützerin.

Indizien beweisen Unschuld

Sein erster Fall ist der von Walter McMillian (Jamie Foxx), der 1987 für den berüchtigten Mord an einer 18-Jährigen zum Tode verurteilt wurde, obwohl die meisten Indizien seine Unschuld bewiesen. Die einzige Aussage gegen ihn stammte von einem Kriminellen, der ein Motiv hatte zu lügen. Bryans unermüdlicher Kampf für Walter konfrontiert ihn mit offenem, ungeniertem Rassismus. Das System scheint gegen sie zu stehen, doch Stevenson gibt nicht auf.

Das Justizdrama basiert auf wahren Begebenheit. Dem Drehbuch von Destin Daniel-Cretton und Andrew Lanham liegt das viel beachtete Sachbuch "Ohne Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA" von Juraprofessor Bryan Stevenson zugrunde.

Rassismus und Benachteiligung

Im Film muss der idealistische, junge Anwalt keine juristischen Kunststücke vollbringen, um seine Mandanten vor der Todesstrafe zu schützen. Er muss die Richter dazu bringen, sich bewusst zu werden, wie ungerecht ihre Mandanten bis dahin behandelt wurden. Hier steht der institutionelle Rassismus im Mittelpunkt, der juristische Benachteiligung von Schwarzen in den USA ungeschönt vor Augen führt.

Auch wenn das Drama von Regisseur Daniel Destin-Cretton konventionell inszeniert ist und einige Figuren schablonenhaft gezeichnet sind (die verständige Mutter, der böse Sheriff) – der Film packt. Die Wahrheiten, die Stevenson in seinen Fällen zu Tage führt, gehen unter die Haut. Dafür sorgt vor allem Jamie Foxx als zum Tode verurteilter McMillian. In seiner zurückgenommenen Darbietung liegt enorme Kraft.

Starke Geschichte und Schauspielleistung!

Justizdrama, USA 2019, ab 12

Kinostart: 27.02.2020

Stand: 27.02.2020, 00:00