Joker

Trailer zum Film "Joker" 02:18 Min. Verfügbar bis 31.10.2019

Joker

Von Andrea Burtz

Demütigungen lassen einen geistesgestörten Stand-up Comedian zum gefürchteten Joker werden, Batmans Erzfeind. Joaquin Phoenix glänzt in der Rolle des Schurkens.

Neu im Kino: "Joker" und "Dem Horizont so nah"

WDR 2 Kino 10.10.2019 03:00 Min. Verfügbar bis 09.10.2020 WDR 2

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Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) ist einer, den man auf den belebten Straßen Gotham Citys schnell übersieht. Aus der Psychiatrie entlassen, lebt er zusammen mit seiner kränklichen Mutter Penny (Frances Conroy) in einem heruntergekommenen Haus eines schlechten Viertels.

Für seinen Unterhalt arbeitet er als Clown - auf der Kinderkrebsstation oder mit großem Holzschild als lebendiges Werbeplakat. Einer, den andere oft verlachen. Im Stillen arbeitet Arthur an einer Karriere als Stand-up Comedian und versucht sich an Texten. Sein Traum ist ein Auftritt in der Show seines Kindheitsidols Murray Franklin (Robert De Niro, durch Zahnprothese und verdichteten Augenbrauen kaum wiederzuerkennen).

Gedemütigter Clown

Doch auf der Straße wird er erniedrigt und verprügelt, Mütter verbieten ihm Kontakt zu ihren Kindern. Sie ahnen nicht, dass Arthurs irres, unvermittelt auftretendes Lachen ein Tick ist, der sich bei Nervosität Bahn bricht. Arthur ist interessiert an seiner Nachbarin Sophie Dumond (Zazie Beetz) und steigert sich in Tagträume, tanzt allein durch sein Zimmer, betrachtet sich im Spiegel. Seine Psyche ist labil und sein Leben ist es auch.

Er verliert seinen Job und muss viele Nackenschläge einstecken. Als er – mal wieder – in der U-Bahn im Clownskostüm verprügelt wird, wehrt er sich brutal. Und spürt seine Macht. Aus dem wunderlichen Typen wird ein gewalttätiger Psychopath, der nicht mehr übersehen werden will.

Grandioses Drama

Regisseur Todd Phillips, ist mit seinen "Hangover" Komödien berühmt geworden. Er beweist, dass er Dramen grandios beherrscht. Auf höchstem Spannungsniveau und in Bildern, die ans 70er Jahre Kino erinnern, erzählt er Jokers Hintergrund: Wie der Gegenspieler von Batman zum Mann wurde, der die Welt das Fürchten lehrt.  

Joaquin Phoenix glänzte bereits im Johnny Cash Biopic "Walk the Line" und ist hier in der zweiten Rolle seines Lebens. Viele Szene meistert er allein – es sind die eindrucksvollsten. Wenn er Treppen hinuntertänzelt wie ein Showstar oder vor dem Spiegel grimassiert, sich selbst bei seiner Verwandlung beobachtend.

Irrer Geist des Jokers

Das ist enorm spannend, weil man als Zuschauer glaubt, sich dem irren Geist des Jokers zu nähern. Ein unmögliches Unterfangen. Schon Phoenix Blicke lohnen diesen Film. Um ausgemergelt und vom Leben gebeutelt auszusehen, hat Joaquin Phoenix 25 Kilo abgenommen.

Robert De Niros Rolle als Showmasters ist klein. In ein paar Szenen beweist der Hollywoodstar, wie schnell man einer Figur Kontur geben kann: Den routinierten, selbstgefälligen Showman, der andere benutzt, um selbst zu strahlen. 

Joker ist kein klassischer Comicheldenfilm, sondern ein düsteres Psychodrama, das in den Bann zieht.

Psychodrama, USA 2019

Regie:
Todd Phillips ("Stichtag – Schluss mit gemütlich", "Hangover", "Hangover 2", "Hangover 3", "War Dogs")

Darsteller:Joaquin Phoenix ("Gladiator", "Her", "Walk the line", "Master", "A beautiful day", "Sisters Brothers"), Robert De Niro ("Taxy Driver“, "Kap der Angst", "Wie ein wilder Stier", "Dirty Grandpa"), Zazie Beetz ("Geostorm", "Deadpool 2"), Frances Conroy ("Catwoman", "Aviator")

Länge: 122 min

Ab 16 Jahren

Kinostart: 10.10.2019

Stand: 10.10.2019, 00:01