Ich war noch niemals in New York

Ich war noch niemals in New York

Ich war noch niemals in New York

Von Andrea Burtz

Die knallbunte Verfilmung des gleichnamigen Musicals mit sämtlichen Hits von Udo Jürgens führt zurück in die 60er und 70er Jahre - leichte Kost zum Mitsingen im Kino.

Neu im Kino: "Maleficent 2 - Mächte der Finsternis" und "Ich war noch niemals in New York"

WDR 2 Kino 17.10.2019 03:06 Min. Verfügbar bis 16.10.2020 WDR 2

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Lisa (Heike Makatsch) lebt ausschließlich für ihren Job als Fernsehmoderatorin. Für ihre Mutter (Katharina Thalbach) oder ein nettes Wort an die Kollegen hat sie keine Zeit. Doch dann verliert ihre Mutter bei einem Unfall das Gedächtnis und erinnert sich nur noch daran, dass sie niemals in New York war. Kurzentschlossen trampt sie zum Hafen (witzig in einer Gastrolle: Frank Zander als Lastwagenfahrer) und schmuggelt sich auf ein Kreuzfahrtschiff.

Lisa macht sich mit ihrem Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) auf die Suche nach ihrer Mutter und spürt sie auf dem riesigen Kahn auf. Zu spät! Das Schiff legt ab, die drei bleiben unfreiwillig an Bord und werden als blinde Passagiere ertappt. Die Frauen müssen sich als Zimmermädchen verdingen, Fred als Kellner. Maria fühlt sich pudelwohl auf dem Schiff. Sie lernt den Eintänzer Otto (Uwe Ochsenknecht) kennen, der in ihr eine alte Bekannte sieht. Lisa trifft auf den zurückhaltenden Witwer Axel (Moritz Bleibtreu) und dessen Sohn Florian (Marlon Schramm). In nie gekannter familiärer Idylle vergisst sie ihren Job an Land.

Regisseur Philipp Stölz („Der Medicus“) verfilmte das erfolgreiche Musical „Ich war noch niemals in New York“, das von vielen Udo Jürgens Songs lebt, die mal mehr, mal weniger galant in die simple Story eingebaut sind. Entsprechend stark sind die Schauspieler auch als Sänger und Tänzer gefordert – das liegt nicht jedem. Uwe Ochsenknecht sticht mit seiner sicheren Gesangsdarbietung aus dem Ensemble heraus und beweist, dass er auch tanzen kann. Selbst vor Sakkos in pink mit Einstecktuch, gelegtem Haar und Sonnenbankbräune schreckt er in seiner Rolle nicht zurück und stellt einmal mehr sehr großes komödiantisches Talent unter Beweis. Statisten sind wie auf einer Musicalbühne in Szene gesetzt. Ihre aufgesetzten, für einen Kinofilm ungewohnt deutlichen Gesten sind auf der großen Leinwand gewöhnungsbedürftig.

Die Szenerie auf dem Kreuzfahrtschiff ist in den Kölner MMC Studios entstanden. Knallbunte Ausstattung und auch das Kostüm (Frauen mit toupiertem Haaren und breitem Lidstrich) führen zurück in die 60er und 70er Jahre: Eine Reise wie auf dem Traumschiff, gepaart mit einer getunten Peter-Alexander-Show und Udo Jürgens Musik – natürlich mit viel Gefühl.

„Ich war noch niemals in New York“ – leichte Kost für Prosecco-Laune, zum Mitsingen und Mitfeiern im Kino.

Musicalkomödie, Deutschland 2019, Regie: Philipp Stölzl, keine Altersbeschränkung

Kinostart: 17.10.2019

Stand: 17.10.2019, 00:00