I Am Mother

Clara Rugaard als Tochter in einer Szene aus dem Film "I Am Mother"

I Am Mother

Von Andrea Burtz

Nach der Auslöschung der Menschheit zieht ein Roboter namens Mutter in einem geschützten Labor ein Mädchen groß. Gegen den Willen von Mutter lässt das Mädchen heimlich eine verletzte Frau ins Labor. Die Fremde erzählt beunruhigende Dinge über Roboter.

Hier kriecht der Grusel über keimfreie Flure eines unterirdischen Hochsicherheitsbunkers. Roboter bewegen sich lautlos, jede ihrer effizient programmierten Bewegungen sitzt.

Neu im Kino: "Blinded By The Light" und "I Am Mother"

WDR 2 Kino 22.08.2019 03:07 Min. Verfügbar bis 21.08.2020 WDR 2

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Kein Kontakt zur Außenwelt

Nach Auslöschung der gesamten Menschheit lagern 65.000 Embryonen in dem geschützten Labor an einem unbekannten Ort. Ein Roboter mit Namen "Mutter" zieht hier ein Baby groß. Das Mädchen (Clara Rugaard) wächst ohne Kontakt zur angeblich gefährlichen Außenwelt heran. Bald kleben selbstgemalte Bilder an kahlen Wänden, das Mädchen trainiert Tanzschritt im Tutu. Bei beruhigender Musik bastelt Mutter mit.

Als Tochter älter wird, unterweist sie ihre brave, wissbegierige Schülerin auch in Ethik- und Moralfragen. Mutter hat zwar zwei Arme und einen Kopf wie ein Mensch, doch ihr Äußeres wirkt hoch technisiert und austauschbar. Nur ihre Stimme hat ein warmes Timbre. Hat Mutter vielleicht Gefühle? Oder ist sie auf Gefühl programmiert? Solche Fragen stellt sich die heranwachsende Tochter noch nicht.

Zweifel an mechanischer Mutter

Bis sie eines Nachts ein Klopfen hört. Mutter ist gerade zum Aufladen abgeschaltet und kann nicht intervenieren. Gegen jede erlernte Regel lässt das hübsche Teenagermädchen heimlich eine schwer verletzte Frau (Hilary Swank) ins Labor. Das blutende Nervenbündel behauptet Beunruhigendes über Roboter und sät damit erste Zweifel in der Tochter. Schon bald weiß die verunsicherte Tochter nicht mehr, ob sie ihrer mechanischen Mutter noch vertrauen kann.

Regisseur Grant Sputore ist über weite Strecken ein äußerst elegantes, sehr spannendes Kammerspiel gelungen, das in der Ruhe seine ganze Kraft entfaltet. "I Am Mother" wirft unaufdringliche große Fragen auf, ohne dabei zu verkopft zu sein. Clara Rugaard, die junge Darstellerin der Tochter, weiß über lange Zeit als einzige Schauspielerin neben Robotern in ihren Bann zu ziehen. Eine irre Geschichte, die das Genre Science Fiction Thriller zwar nicht neu erfindet, aber spannend variiert.

Science Fiction Thriller, USA/Australien 2019, Regie: Grant Sputore, ab 12 Jahren

Kinostart: 22.08.2019

Stand: 22.08.2019, 00:00