Heinz Rühmann 25. Todestag am 3. Oktober 2019

Heinz Rühmann 25. Todestag am 3. Oktober 2019

Von René Denzer

"Sie können gar nichts. Werden Sie nie Schauspieler!" Gut, dass Heinz Rühmann nicht auf dieses vernichtende Urteil bei seinem ersten Vorsprechen gehört hat und der Schauspielerei treu geblieben ist. Sein Tod am 3. Oktober vor 25 Jahren hat viele Menschen berührt.

Rühmann alt

"Er hat die schwere, eigentlich ja dumpfe und unlustige deutsche Welt über sechs Jahrzehnte erträglicher gemacht, heiterer, unschuldiger, trostvoller und erheblich pfiffiger, als sie gemeinhin scheint", heißt es in einem Nachruf auf Heinz Rühmann. Es sagt viel darüber aus, was der Schauspieler für viele Deutsche verkörperte. Er starb vor 25 Jahren, am 3. Oktober 1994, in Berg am Starnberger See, im Alter von 92 Jahren.

"Er hat die schwere, eigentlich ja dumpfe und unlustige deutsche Welt über sechs Jahrzehnte erträglicher gemacht, heiterer, unschuldiger, trostvoller und erheblich pfiffiger, als sie gemeinhin scheint", heißt es in einem Nachruf auf Heinz Rühmann. Es sagt viel darüber aus, was der Schauspieler für viele Deutsche verkörperte. Er starb vor 25 Jahren, am 3. Oktober 1994, in Berg am Starnberger See, im Alter von 92 Jahren.

Unzählige Film-, Theater- und Fernsehrollen zählen zum Lebenswerk von Heinz Rühmann. "Bomben auf Monte Carlo" (1931) gehört genauso dazu wie "Quax, der Bruchpilot" aus dem Jahr 1941.

"Jäder nor einen wönzigen Schlock!" Der Filmklassiker "Die Feuerzangenbowle" lockt auch heute noch viele Studenten in der Weihnachtszeit in die Uni-Kinos.

In seinen Rollen glänzt er als sensibler Charakterdarsteller und liebenswerter Spitzbube. Dabei hat Rühmann in seinem Leben neben Höhen auch Tiefen erlebt: 1916 trennen sich seine Eltern, kurz danach begeht der Vater Selbstmord. Mit 17 Jahren schmeißt Rühmann das Gymnasium. Sein Wunsch: Schauspieler werden.

Insgesamt 102 Filmrollen spielt Rühmann. Der Durchbruch auf der Leinwand gelingt ihm im Jahr 1930. In "Die Drei von der Tankstelle" spielt er neben Willy Fritsch und Oskar Karlweis die Hauptrolle.

Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 äußert sich Rühmann nicht öffentlich zur Politik in Deutschland. Rühmanns "Problem": Seine Frau Maria Bernheim ist Jüdin. Nach den Nürnberger Gesetzen und ähnlichen Vorschriften für Künstler in der Reichsfilmkammer bedeutet das für ihn Berufsverbot. Durch Propagandaminister Joseph Goebbels, mit dem er bekannt ist, gibt es eine Sondergenehmigung.

Doch die Probleme gehen weiter. Hermann Göring rät Rühmann zur Scheidung. Bernheim solle einen Ausländer heiraten, dann hätte sie Schutz vor Verfolgung und Rühmann keine Probleme mehr. 1938 wird die Ehe mit Maria Bernheim geschieden, nicht ohne jedoch für ihre Emigration nach Schweden gesorgt zu haben. Sie lädt er aber zur Hochzeit mit seiner zweiten Ehefrau Hertha Feiler (Foto) ein.

Rühmann entwickelt sich zum beliebtesten Filmkomiker der damaligen Zeit. Und auch heute sind Szenen wie jene in der "Feuerzangenbowle" (1944) als Pennäler Pfeiffer – "Pfeiffer mit drei F – eins vor und zwei nach dem ei" – unvergessen.

Nach dem Krieg findet der Schauspieler keinen richtigen Anschluss an den neuen deutschen Film. Das ändert sich Mitte der 50er Jahre. Mit "Wenn der Vater mit dem Sohne", "Charleys Tante" und als "Hauptmann von Köpenick" (Foto) landet er drei Kassenschlager.

Heinz Rühmann spielt aber auch den liebenswerten Pater Brown frei nach den erfolgreichen Kriminalgeschichten von Gilbert K. Chesterton.

Ab den 60er Jahren wird Rühmann mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft.

Später macht er sich auf der Leinwand rar. Gelegentlich schlüpft er in ein Clownkostüm (hier mit Oleg Popov, links im Bild), wie er es auch schon in "Wenn der Vater mit dem Sohne" getan hat.

Zu seinem 90. Geburtstag bespricht Rühmann eine Langspielplatte mit der Bergpredigt, die für ihn die "Rede aller Reden" ist. Auch in die Musikcharts schafft er es im hohen Alter: mit einer neu gemischten Interpretation des Gute-Nacht-Liedes "La-le-lu", das er bereits 1955 in dem Film "Wenn der Vater mit dem Sohne" gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Oliver Grimm gesungen hatte.

Stand: 03.10.2019, 11:01 Uhr