Friedhof der Kuscheltiere

Jason Clarke als Louis in einer Szene des Films "Friedhof der Kuscheltiere"

WDR 2 Kino

Friedhof der Kuscheltiere

Von Andrea Burtz

"Carrie" und "Es" waren erst der Anfang: Stephen Kings alte Horrorklassiker kommen mit besseren Effekten neu ins Kino. Jetzt ist "Friedhof der Kuscheltiere" dran - gelungene Romanverfilmung.

Die Reeds wollten schon lange dem Stadtchaos von Boston entfliehen. Jetzt zieht die junge vierköpfige Familie in ein abgelegenes Häuschen am Waldrand. Nicht weit davon entfernt befindet sich ein Tierfriedhof, auf dem Kinder ihre Haustiere begraben. Die sehr ängstliche Mutter Rachel Reed (Amy Seimetz) beobachtet mit ihrer achtjährigen Tochter Ellie (Jeté Laurence), wie maskierte Kinder mit Trommeln einen Hund in einer kleinen Zeremonie zu Grabe tragen.

Ellie ist von dem Ort fasziniert, kehrt allein nochmal zurück und verletzt sich an einem Wall aus Ästen, den sie versucht zu übersteigen. Zufällig wird sie von Jud (John Lithgow) entdeckt. Der ältere ein wenig heruntergekommene Nachbar kümmert sich um sie. Kurze Zeit später wird Ellies Katze Church an der großen Hauptstraße überfahren.

Geheimer Weg hinter den Tierfriedhof

Jud entdeckt den Kadaver und zeigt ihn Ellies Vater Louis (Jason Clarke). Der ältere Herr weist den Arzt darauf hin, dass es eine Möglichkeit gibt, der kleinen Ellie ihr Tier zu erhalten. Er führt ihn nachts über den Wall aus Ästen auf einem geheimen Weg hinter den Tierfriedhof. Sie kommen an einen bedrohlichen Ort, wo sie die Katze begraben. Am nächsten Tag kehrt Church zurück: Ihr Fell ist verfilzt, das Auge blutig und ihr Verhalten äußerst bedrohlich. Ellie fürchtet sich vor ihrem ehemaligen Kuscheltier.

Unglückliche Umstände führen kurze Zeit später zu einem tödlichen Unfall der kleinen Ellie. Genau an der Stelle der Hauptstraße, wo auch ihre Katze starb. Die kleine Familie scheint an ihrem Schmerz zu zerbrechen. Heimlich macht sich Vater Louis auf den Weg über den Wall aus Ästen, um seine Tochter zurückzuholen.

Kuscheltiere mutieren über Nacht

Albträume, verschwommene Kindheitserinnerungen und Kuscheltiere, die über Nacht mutieren – drei Zutaten aus Stephen Kings gleichnamigem Roman, die auch in Verfilmung der Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer schocken. Es ist bereits die zweite Verfilmung nach Mary Lamberts Version von 1989.

Erneut funktioniert der Grusel, unschuldige Wesen wie eine Schoßkatze und ein kleines Mädchen verändert zurückkehren zu lassen. War in der Vorlage noch der kleine Bruder der Rachezombie, haben sich die Macher jetzt für die ältere Schwester entschieden, die körperlich und psychisch weiter entwickelt ist als der vierjährige Gage – das tut besonders Kampfszenen gut.

Bedrohliche Stimmung von Anfang an

Knarzende Dielen, ein düsterer Wald, stumme Kinder, die hinter Masken einem Trauerzug folgen - den Regisseuren gelingt es von Beginn, eine bedrohliche Stimmung herzustellen und gleichzeitig die Gefühlslagen der Familienmitglieder auszuloten, so dass man schnell mit ihnen fühlt.

"Friedhof der Kuscheltiere" ist eine gelungene Romanverfilmung.

Horror, USA 2019, Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer, ab 16 Jahren 

Kinostart: 04.04.2019

Stand: 04.04.2019, 00:00