Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

WDR 2 Kino

Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

Von Andrea Burtz

Kein Film über, sondern ein Film mit dem Papst: Wim Wenders Porträt des katholischen Kirchenoberhauptes stellt eine ungewöhnliche Nähe zu Franziskus her - und rückt seine Ansichten und Ideen in den Mittelpunkt.

Vor fünf Jahren lud die Kommunikationsabteilung des Vatikan Regisseur Wim Wenders nach Rom ein, um mit ihm über ein Projekt zu sprechen: einen Film über den Papst.  "Ich hatte Carte Blanche", sagt Wenders. Er konnte sein Konzept frei erarbeiten und musste noch Geldgeber finden.  Schließlich startete der Dreh Anfang 2016. Dann bekam Wenders viermal die Möglichkeit, über mehrere Stunden mit Papst Franziskus zu drehen. Die Zusammenarbeit mit dem Vatikan, so Wenders, sei überraschend einfach und problemlos verlaufen.

Kein klassisches Biopic

"Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" ist weder ein klassisches Biopic, das Lebensstationen abarbeitet, noch ist es ein kritischer Film ÜBER den Papst geworden, es ist vielmehr ein interessanter Film MIT dem Papst.

Dabei geht es nicht um seine Person, sondern um seine Ideen und Standpunkte zu aktuellen Fragen: weltweite Umweltverschmutzung, Missbrauchsfälle in der Kirche, die Flüchtlingskrise.

Auf Augenhöhe mit dem Papst

Wim Wenders ist dabei als Interviewer nur zu Beginn mit einem persönlichen Statement zu hören. Dann ist er still und unsichtbar. Fragen sind aus dem Film geschnitten, so dass der Papst über weite Strecken redet und bei seinen Ausführungen den Zuschauern im Kinosaal auf Augenhöhe begegnet. Scheinbar schaut er sie direkt an. Dabei half ein Interrotron – eine Art umfunktionierter Teleprompter. Auf dem Bildschirm hat der Papst das Gesicht von Interviewer Wim Wenders gesehen, hat aber "durch ihn hindurch" direkt in die Kamera geschaut. So entstand eine ungewöhnliche Nähe zum Publikum.

Die Gedankenreise des Papstes wird von Archivmaterial seiner Reisen und Begegnungen illustriert. Nachgestellte Szenen aus dem Leben von Franz von Assisi, dem "Heiligen der Ärmsten", verdeutlichen die Namenswahl des kirchlichen Oberhauptes.

Der Papst als moralische Instanz

Der Papst wirkt menschlich, zugewandt, emotional und humorvoll. Der Film zeigt ihn als moralische Instanz, der unabhängig von Geld, Macht und politischem Einfluss einzig das Gemeinwohl wichtig ist. Das beeindruckt in unserer Zeit. Seine Gedanken und Wünsche richten sich an alle Menschen, nicht nur an ein gläubiges Publikum.

Wim Wenders dreht Film mit dem Papst: "Jede Menge Respekt"

WDR 2 | 08.06.2018 | 09:20 Min.

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Neuer Film von Wim Wenders über Papst Franziskus

WDR 2 | 08.06.2018 | 02:47 Min.

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Dokumentation, Deutschland 2018
Regie:
Wim Wenders ("Pina", "Buena Vista Social Club", "Das Salz der Erde")
Länge: 96 min
Keine Altersbeschränkung
Kinostart: 14:06.2018

Stand: 14.06.2018, 00:01