Filmische Städtetrips – Rund um die Welt

Filmische Städtetrips – Rund um die Welt

Von Antonia Kasparek

Einmal um die Welt – und zwar auf der Leinwand. Viele Kinofilme nehmen den Zuschauer visuell und akustisch mit auf eine Reise rund um den Globus, denn sie spielen in Städten weltweit - von Tokio über Los Angeles bis Rio de Janeiro.

Scarlett Johannson mit Bill Murray auf den nächtlichen Straßen in Tokyo in dem Film "Lost in Translation" von Sophia Coppola

"Lost in Translation" fühlen sich Bob und Charlotte (Bill Murray und Scarlett Johansson) in Tokio. Schlaflos und müde vom Jetlag, aber nicht ohne Selbstironie angesichts ihrer eigenen Verlorenheit und Sprachlosigkeit in der asiatischen Metropole, schließen sie Freundschaft und streifen gemeinsam, wenn auch nach wie vor ziellos, durch das nächtliche Tokio. Der Film aus dem Jahr 2004 besticht nicht nur durch eine unaufdringliche Komik und grandiose Darsteller, sondern auch durch die gutsortierte Sammlung melancholischer Indie-Perlen von My Bloody Valentine über The Jesus and Mary Chain und Phoenix.

"Lost in Translation" fühlen sich Bob und Charlotte (Bill Murray und Scarlett Johansson) in Tokio. Schlaflos und müde vom Jetlag, aber nicht ohne Selbstironie angesichts ihrer eigenen Verlorenheit und Sprachlosigkeit in der asiatischen Metropole, schließen sie Freundschaft und streifen gemeinsam, wenn auch nach wie vor ziellos, durch das nächtliche Tokio. Der Film aus dem Jahr 2004 besticht nicht nur durch eine unaufdringliche Komik und grandiose Darsteller, sondern auch durch die gutsortierte Sammlung melancholischer Indie-Perlen von My Bloody Valentine über The Jesus and Mary Chain und Phoenix.

"Taxi Driver" Travis Bickle (Robert De Niro) fährt durch das New York der 70er Jahre. Das Filmdrama von Martin Scorsese schildert das Leben des vereinsamten Taxifahrers, der von dem "Schmutz“ der Stadt angewidert ist, sowie von dessen Bessenheit, eine jugendliche Prostituierte ihrem Milieu zu entreißen. Der Film machte die damals 13-jährige Jodie Foster zum Star und ist der letzte Film, für den der durch seine Soundtracks für Alfred Hitchcock bekannte Komponist Bernard Herrmann die Filmmusik schrieb.

"Buena Vista Social Club" heißt ein Musikalbum, das 1996 vom US-amerikanischen Gitarristen Ry Cooder bei einem Projekt mit Altmeistern kubanischer Musik der 40er und 50er Jahre aufgenommen wurde. Die Idee zu dem gleichnamigen Dokumentarfilm von Wim Wenders von 1999 entwickelte sich aus dem großen Erfolg der CD. Er enstand während der Aufnahmen zum Folgealbum. Der Name stammt von einem auf dem Album enthaltenen Instrumentalstück, das einem vor der Kubanischen Revolution von 1959 bedeutenden afrokubanischen Kulturverein gewidmet war, dem sogenannten "Club Social" des Stadtviertels Buena Vista der Hauptstadt Havanna.

Der Krimi "Bullitt" aus dem Jahr 1968 wurde vor allem bekannt durch eine der längsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte. Hauptdarsteller Steve McQueen brettert als Lieutenant Frank Bullitt mit einem 1968er Ford Mustang Fastback durch die Straßen von San Francisco. Die knapp zehnminütige Sequenz enthält keine Dialoge. Der "Bullitt"-Soundtrack stammt vom Argentinier Lalo Schifrin, der mit dem Groove des frühen Jazzrock die Thriller-Szenerie in der amerikanischen Großstadt der Endsechziger perfekt rüberbringt.

"The Big Lebowski" aus dem Jahr 1998 von Ethan und Joel Coen gilt heute als Kultfilm. Jeff Bridges (rechts im Bild) spielt die Rolle des Alt-Hippies Jeffrey Lebowski, der sich selbst nur der "Dude" nennt. Sein ruhiges Leben in Los Angeles ändert sich, als zwei Schlägertypen in seiner Wohnung auftauchen, die ihn für den gleichnamigen und stadtbekannten Millionär halten. "The Big Lebowski" ist eine Hommage an den Film noir der 40er Jahre. Der Film-Soundtrack mit Titeln von Henry Mancini über Santana, Elvis Costello, Bob Dylan bis zu Dean Martin und den Eagles hat gleichermaßen Kultstatus.

Der mit acht Oscars ausgezeichnete britische Film "Slumdog Millionär" von 2008 spielt im indischen Mumbai. Erzählt wird der Tag im Leben des 18-jährigen Jamal Malik, gespielt von Dev Patel, an dem er 20 Millionen indische Rupien in der Fernsehsendung "Wer wird Millionär?“ gewinnt. Er wird verdächtigt, ein Betrüger zu sein, denn weder Polizei noch TV-Moderator können sich vorstellen, dass ein ehemaliger Straßenjunge aus den Slums von Mumbai so viele Fragen richtig beantworten kann. In Form von Rückblenden werden Jamals Erinnerungen an sein bisheriges Leben gezeigt. Die Filmmusik wurde überwiegend von indischen Künstlern produziert.

Ins Afrika von 1940 nimmt der Film "Die letzten Tage in Kenya" (Originaltitel "White Mischief") aus dem Jahr 1987 die Zuschauer mit. Während in Europa der Zweite Weltkrieg tobt, pflegen die reichen britischen Kolonialisten ihren dekadenten Lebensstil. Die attraktive Lady Diana, gespielt von Greta Scacchi, hat eine Affäre, die für ihren Liebhaber tödlich endet. Die Filmmusik wurde von George Fenton komponiert. Auf dem Soundtrack ist unter anderem das Lied "Begin the Beguine" von Cole Porter zu hören.

Paul Hogan spielt in der australischen Filmkomödie aus dem Jahre 1986 den Mick "Crocodile" Dundee, der siegreich gegen ein Krokodil gekämpft hat. Eine Journalistin lädt den im australischen Busch lebenden Einsiedler nach New York ein, wo sich Crocodile Dundee im Großstadtdschungel zurecht finden muss. Der Soundtrack, der die Hörer sofort akustisch nach Down Under versetzt, wurde von Peter Best komponiert.

Ins exotische Asien entführt der deutsch-italienische Krimi "Heißer Hafen Hongkong" von 1962. Der Journalist Peter Holberg (Klausjürgen Wussow) will in der damaligen britischen Kron-Kolonie den Mord an einem befreundeten Kollegen aufklären. Gemeinsam mit der Schwester des Ermordeten (Marianne Koch) macht er sich auf die Suche nach den Hintermännern. Ein Highlight des Films ist auch ein Gesangsauftritt von Hildegard Knef. Die groovige Filmmusik wurde von Gert Wilden komponiert und arrangiert. Auf dessen im Jahr 1996 erschienenen CD "I Told You Not To Cry" befinden sich die im Film vorkommenden Titel "Bulletproof" (Titelmusik) und "Desert Hips".

Der Karneval im brasilianischen Rio de Janeiro hat schon viele Filmemacher inspiriert. Der Film "Orfeu Negro" aus dem Jahr 1959 versetzt den antiken Mythos von Orpheus und Eurydike in die Gegenwart des Karnevals in Rio de Janeiro. Die Filmmusik von Antônio Carlos Jobim und Luiz Bonfá präsentiert einige spätere Klassiker der Bossa Nova wie "A Felicidade" und "Manhã de Carnaval". Daneben sind traditionelle Rhythmen und Gesänge des Samba zu hören.

Stand: 06.07.2018, 09:54 Uhr