Fernsehserien, die neue Maßstäbe setzten

Fernsehserien, die neue Maßstäbe setzten

Von Philip Stegers

Gute Fernsehserien gibt es viele, aber einige von ihnen sind besonders faszinierend, weil sie ganz neue Impulse setzten - und das bereits lange bevor Netflix und andere Streamingdienste das Serienformat für sich entdeckten.

Twin Peaks

Mit "Twin Peaks" zeigt Regisseur David Lynch 1990 was man in einer Fernsehserie noch so alles erzählen kann. Auf der Suche nach dem Mörder von Laura Palmer entspinnt sich hier ein surrealer Kosmos voll skurriler Charaktere, inklusive einem fiesen Walddämon namens Bob.

Mit "Twin Peaks" zeigt Regisseur David Lynch 1990 was man in einer Fernsehserie noch so alles erzählen kann. Auf der Suche nach dem Mörder von Laura Palmer entspinnt sich hier ein surrealer Kosmos voll skurriler Charaktere, inklusive einem fiesen Walddämon namens Bob.

Bis heute gelten "Die Sopranos" als eine der besten Fernsehserien aller Zeiten. Die Geschichte einer italo-amerikanischen Mafiafamilie in New Jersey wird ganz anders erzählt, als man es erwarten würde. Das von Panikattacken und einer Midlife Crisis geplagte Oberhaupt Tony Soprano (James Gandolfini) sucht gleich in der ersten Folge eine Psychotherapeutin auf.   

Eine Comedyserie brauchte unbedingt nette Sympathieträger, bis "Seinfeld" 1989 erschien - vier unsympathische Freunde, die sich gegenseitig fertig machen und unfähig sind, aus ihren Fehlern zu lernen. Die Serie ist nach Hauptdarsteller und Comedian Jerry Seinfeld benannt, der sich selbst spielt. Ein Prinzip, das Bastian Pastewka für seine Fernsehserie "Pastewka" erfolgreich adaptierte.

Dass eine Polizeiserie viel mehr bieten kann, als sprücheklopfende Kommissare und rasante Verfolgungsjagden, zeigt die vielschichtige Serie "The Wire". Jede Staffel konzentriert sich auf einen anderen Schwerpunkt in Baltimore. Mal geht es um die Drogenschmuggler, dann um den Hafen, die Bürokratie oder die Schulen der Stadt.

Die Mystery-Serie "Lost" erzählt die Geschichte von den Überlebenden eines Flugzeugabsturzes auf einer Insel im pazifischen Ozean. Rückblenden, Seiten- und Zukunftsausblicke sorgen für eine ungemein komplexe Erzählung. Angesichts hanebüchener Wendungen stellt sich allerdings auch ab und an das Gefühl ein, dass die Drehbuchautoren mitunter selbst ziemlich verloren waren.

Eine New Yorker Werbeagentur mit ihren Mitarbeitern und Angehörigen steht im Mittelpunkt von "Mad Men". Die Serie zeigt schonungslos die gesellschaftlichen Hierarchien und Geschlechterrollen der 60er Jahre. Es wird Kette geraucht und in den Büros der Männer kreist schon am Morgen der Whiskey.

Ghostbusters Junior? – Fast, denn "Stranger Things" ist eine wunderbare Hommage an Science-Fiction- und Fantasy-Filme der 80er Jahre. Der reine Synthesizer-Soundtrack der Serie erinnert zudem stark an die Filmscores von Vangelis, Tangerine Dream und John Carpenter aus dieser Zeit.

In "Breaking Bad" stellt der todkranke und biedere Chemielehrer Walter White die Droge Crystal Meth her, um seine Familie finanziell abzusichern. Als er dann doch nicht sterben muss, entwickelt er sich zum rücksichtsichtlosen Kriminellen. Schwarzhumoriger wurde die Wandlung vom Paulus zum Saulus nie in einer Serie erzählt.

Wer stirbt als Nächster? - In der Fantasy-Serie "Game of Thrones" kann sich keine Hauptfigur sicher sein, die nächste Folge zu überleben. Jon Snow startet als Nebenfigur, wird dann aber zum mächtigen König, nachdem seine halbe Familie Intrigen zum Opfer gefallen ist. Ein Schicksal, dass er mit Prinzessin Daenerys Targaryen teilt.

Dass Serien aus Deutschland sehr wohl mit Produktionen von Netflix mithalten können, beweist "Bad Banks" von Regisseur Christian Schwochow. In der rücksichtslosen Welt der Investmentbanker ist sich jeder selbst der Nächste. Schauspielerin Desiree Nosbusch brilliert in drei Sprachen als undurchsichtige Christelle Leblanc.

Stand: 16.05.2018, 15:53 Uhr