Bilder für die Ohren – Ton, Sprache & Geräusche

Ein Mikrofon an einer Tonangel

Bilder für die Ohren – Ton, Sprache & Geräusche

Der Ton spielt im Film eine genauso wichtige Rolle wie das Bild. Zum Ton zählen Sprache, Geräusche und Musik genauso wie Stille. Im Dokumentarfilm wird vor allem mit Originaltönen gearbeitet – kurz O-Töne. Sie werden direkt am Drehort aufgenommen. Genau so wird direkt auch die Atmo (griech. atmós – "Dunst") aufgenommen: Das sind die (Hintergrund-)Geräusche, die am Drehort zu hören sind und später im Film einen Eindruck vom Raum vermitteln – ob der gefilmte Ort also zum Beispiel drinnen oder draußen, laut oder leise, voller Menschen oder ganz leer ist. Gäbe es die Atmo nicht, würde die Szene künstlich wirken.

Für die Aufnahme am Drehort sind Tonmänner und Tonfrauen zuständig. Sie müssen darauf achten, dass Töne immer in der bestmöglichen Qualität aufgenommen werden. Das ist im Dokumentarfilm besonders wichtig, weil hier nur selten Situationen wiederholt werden können – alles muss möglichst auf Anhieb klappen. Um den Ton einzufangen, benutzen die Tonleute verschiedene Aufnahmetechniken: zum Beispiel eine Tonangel, ein Mikrofon oder ein Ansteck-Mikrofon.

Wenn die Tonquelle im Bild zu sehen ist – zum Beispiel ein Radio, aus dem Musik spielt – ist von einem On-Ton die Rede. Kommt die Musik allerdings von "irgendwoher" – ist die Tonquelle also nicht sichtbar im Bild – wird von einem Off-Ton gesprochen. Off-Töne können auch Kommentare oder Musikstücke sein. Die werden erst später in der Nachbearbeitung unter den Film gelegt.