Ideen zu Papier bringen – Exposé & Treatment

Ein Blatt Papier mit handschriftlichen Notizen

Ideen zu Papier bringen – Exposé & Treatment

Wenn Filmemacher eine Filmidee weiterentwickeln und auch mit anderen (zum Beispiel Fernsehredakteuren oder Produzenten) darüber sprechen möchten, dann schreiben sie ein Exposé oder Treatment.

Das Exposé ist der Grundriss der Geschichte und soll Klarheit über das Projekt verschaffen: Was ist die Kernidee und das Grundthema? Wie kann die Geschichte erzählt werden? Wie ist ihr roter Faden? Das Exposé legt außerdem die Filmlänge und den Stil des Films fest. Denn jeder Film hat eine eigene Art, etwas zu erzählen oder zu beschreiben.

Viele Filmemacher schreiben Exposés, um Filmförderungsanstalten oder Fernsehredaktionen von der Filmidee zu überzeugen und die Finanzierung zu sichern. Wenn der Filmemacher sein Projekt für das Fernsehen macht, ist das Exposé eine ganz wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit. Erst dadurch bekommt die Redaktion eine Vorstellung davon, was angedacht ist und kann darüber entscheiden, ob das Thema und seine filmische Umsetzung interessant sind.

Thema und Inhaltsangabe

Das Treatment (englisch: Behandlung) ist ausführlicher als ein Exposé. Neben einer kurzen Inhaltsangabe und einer Beschreibung der wichtigsten Menschen, die im Film zu sehen sein sollen, erklären die Filmemacher oft auch, warum sie den Film machen wollen und was das Besondere an dem Thema ist. Wo genau soll gefilmt werden? Welche filmischen Mittel sollen dabei zum Einsatz kommen? Außerdem werden im Treatment auch die Menschen genannt, die an dem Film mitarbeiten sollen (zum Beispiel Kameraleute oder Cutter). Am Schluss steht oft sogar ein kurzer Lebenslauf der Filmemacherin oder des Filmemachers und der am Film beteiligten Menschen.

Beim Dokumentarfilm ergeben sich viele Dinge erst während der Dreharbeiten, passieren also ungeplant. Deshalb schreiben die meisten Filmemacher auch keine detaillierten Drehbücher, sondern stellen kurze Infos zusammen, wie sie sich eine Szene ungefähr (aufgrund ihrer Recherchen) vorstellen.

Bernd Sahling, der Macher des Films "Ednas Tag", hat in seinem Exposé zum Beispiel einige Minuten aus dem Deutschunterricht beschrieben:

"Deutsch beim Klassenlehrer. Er lässt die Deutschbücher aufschlagen, gibt die erste Aufgabe bekannt. Dann setzt er sich zu Edna an den Extratisch und lässt sich Deutschaufgaben zeigen. Der Lehrer will einen Schreibfehler korrigieren. Edna nimmt ihm das Blatt aus der Hand und sagt: "Aber guck mal!" Das klingt vorlaut, würde bei keiner anderen Schülerin durchgehen. Bei Edna lacht der Klassenlehrer, besteht aber auf die Korrektur und gibt der Schülerin neue Blätter, neue Aufgaben. Dann geht er zum Lehrertisch zurück und hält seine Stunde ab. Irgendwann kommt Edna zu ihm, ohne zu fragen, ob sie aufstehen darf. Sie hat alle Blätter ausgefüllt. Das Pensum für den Vormittag."