Doctor Sleeps Erwachen

Ewan McGregor als Danny Torrance in einer Szene des Films "Doctor Sleeps Erwachen"

Doctor Sleeps Erwachen

Von Andrea Burtz

Danny Torrence muss sich in "Doctor Sleeps Erwachen" den Dämonen seiner Kindheit stellen. Diese Filmfortsetzung kommt an Stanley Kubriks "Shining" nicht heran, sagt WDR 2 Kinokritikerin Andrea Burtz.

Neu im Kino: "Die Eiskönigin 2" und "Doctor Sleeps Erwachen"

WDR 2 Kino 21.11.2019 03:03 Min. Verfügbar bis 20.11.2020 WDR 2

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Danny Torrance (Ewan McGregor) ist noch immer von den Erlebnissen seiner Kindheit gezeichnet. Vor 40 Jahren musste er miterleben, wie sein alkoholkranker Vater (Jack Nicholson) im Overlook Hotel den Verstand verlor. Geister des mysteriösen Hauses hatten damals den kleinen Danny traumatisiert. All das hat ihn bis heute verstört. Jetzt ist der Mittvierziger mit seiner eigenen Drogen- und Alkoholsucht konfrontiert.

Seine übersinnliche Begabung hat Danny noch immer, doch das "Shining" setzt er nur noch selten ein. Anders als das Mädchen Abra Stone (Kyliegh Curran), die auch diese Gabe besitzt. Mit kindlicher Freude experimentiert sie und setzt ihre Kräfte ein. Auf diese Weise trifft sie auch Danny, mit dem sie telepathischen Kontakt aufnimmt. Dadurch erregen sie die Aufmerksamkeit einer mysteriösen Gruppe, die es auf Kinder abgesehen hat.

Erst 2013 veröffentlichte Romanautor Stephen King mit "Doctor Sleep" eine Fortsetzung des Kultbuchs "The Shining". Jetzt hat sich Regisseur Mike Flanagan (Serie: "Spuk in Hill House") an die filmische Fortsetzung des Filmklassikers gewagt, die Stanley Kubrick damals geschaffen hatte. Flanagan  scheitert.

In den ersten zwei Stunden, in denen Danny den Drogen abschwört, ein normales Leben aufbaut und Abra kennenlernt, kommt weder Spannung noch Atmosphäre auf. Daran kann auch das solide Spiel von Ewan McGregor nichts ändern, der Dannys Wandel glaubwürdig darstellt.

Die Inszenierung der Gruppe um "Rose the Hat" (Rebecca Ferguson) lässt kalt, weil die gefühllosen Wesen künstlich wirken. Selbst ihr Ritual, sich um Sterbende zu scharen, um deren Atem fürs eigene Überleben zu schlucken, gelingt in keiner Szene packend. Das Sounddesign ist schnell zu durchschauen: frostige Windgeräusche und Herzschläge werden überstrapaziert, der rasende Puls ist oft keiner der handelnden Personen zu zuordnen und wirkt wie eine aufgesetzte Spielerei.  

Wirklich ärgerlich ist das Finale des 152 minütigen Films, wenn Danny mit Abra ins Overlook Hotel zurückkehrt und in ihm Erinnerungen erwachen. Dann bedient sich Regisseur Mike Flanagan wahllos an ikonographischen Kubrick Bildern aus "Shining" und lässt sie computergeneriert wieder auferstehen. Das macht seinen Film nicht besser. Im Gegenteil. Der Bilderrausch weckt beim Zuschauen Erinnerungen an das grandiose Original. 

Horror, USA 2018

Regie: Mike Flanagen

Darsteller: Ewan McGregor, Kyligh Curran, Rebecca Ferguson

Länge: 152 Minuten

Ab 16 Jahren

Kinostart: 21.11.2019

Stand: 21.11.2019, 00:00