Destroyer

Nicole Kidman als Erin Bell in einer Szene des Films "Destroyer"

WDR 2 Kino

Destroyer

Von Andrea Burtz

Nicole Kidman ist im Thriller "Destroyer" kaum zu erkennen: Als verhärmte Polizistin in einem packenden Cop-Drama zeigt sich die Oscar-Preisträgerin von einer ungewohnten Seite.

Erin Bell (Nicole Kidman) torkelt zum Tatort. Ihre Kollegen sind nicht verwundert, die blasse, knochige Frau offensichtlich betrunken und in alten Klamotten zu sehen. Vor 17 Jahren war sie eine selbstbewusste Ermittlerin beim FBI gewesen. Im Kampf gegen Bandenführer Silas (Toby Kebbell) hatte damals einen schweren Fehler begangen, der ihr Leben komplett aus den Fugen brachte und sie zur gebrochenen Frau machte.

Rache für ein verwirktes Leben

Diese Geschichte erzählt Regisseurin Karyn Kusama allerdings nicht chronologisch, sondern zeitlich verschachtelt. Als Zuschauer muss man sich die Vergangenheit der Hauptfigur häppchenweise zusammenpuzzeln, nachdem sie zu einem Fall gerufen wird, der dunkle Erinnerungen weckt.

Der Tote mit dem Nackentattoo, das eine Gangzugehörigkeit signalisiert, führt Erin zurück in die Zeit, in der sie zusammen mit Partner Chris (Sebastian Stan) eine Verbrecherbande unterwanderte. An ihrer Spitze der ausdrucksstarke Silas. Jetzt scheint es, als sei der kriminelle Silas wieder aufgetaucht, der für ihr verwirktes Leben verantwortlich ist. Erin beschließt, sich zu rächen. Auf eigene Faust, komme, was da wolle.

Rückblicke und geschickte Wendungen

In der ersten halben Stunde ist es spannend, Nicole Kidman einmal so heruntergekommen zu sehen. Sie schleppt sich in alter Jeans und weitem Pulli durch ihr Leben, versackt meist an der Bar. Und wenn die stille Frau spricht, dann tut sie das mit müder Stimme. Eine Rolle, die in Thrillern gewöhnlich nur männlichen Ermittlern zukommt.

Leider wird das Spiel von Nicole Kidman im Laufe der Geschichte nicht facettenreicher. Schmerz und die Rachegelüste wirken behauptet, vieles an der Figur wirkt wie schlicht auf Effekt gebürstet. Die braune Kurzhaarperücke, die geplatzten Äderchen im Auge helfen nur bedingt, vergessen zu lassen, dass die strahlend schöne Nicole Kidman unter der Maskerade steckt.

Rückblicke und geschickte Wendungen halten die Story spannend, ihre Hauptfigur bleibt bis zum Abspann konsequent.

Thriller, USA 2018, Regie: Karyn Kusama, ab 12 Jahren

 Kinostart: 14.03.2019

Stand: 14.03.2019, 00:00