Das etruskische Lächeln

Ein Mann mit entblößtem Oberkörper in einer Landschaft in Schottland

WDR 2 Kino

Das etruskische Lächeln

Von Andrea Burtz

Rory ist ein in die Jahre gekommener Schotte, der Veränderungen hasst und seine Heimat noch nie verlassen hat - bis ihn eine ernsthafte Erkrankung dazu zwingt. Berührender Film mit tollen Schauspielern, meint WDR 2 Kinokritikerin Andrea Burtz.

Rory MacNail (Brian Cox) mag keine großen Veränderungen mehr. Missmutig geht er in seiner schottischen Heimat dem immer gleichen Tagesablauf nach. Bis er schwer erkrankt und ihm der Tierarzt des Ortes nahelegt, sich endlich von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Zur Behandlung reist Rory nach San Francisco. Dort lebt sein Sohn Ian (JJ Field) mit seiner Ehefrau Emily (Thora Birch) und Baby Jamie, das während der langen Funkstille zwischen Vater und Sohn geboren wurde. Der Opa hat seinen Enkel noch nie gesehen.

Nach kurzer Freude gibt es schnell Ärger in der Familie, denn der alte Griesgram denkt nicht daran, sich an Regeln zu halten, die bei Ian gelten. Wie immer hält er seinem Sohn vor, die schottische Kultur abgelegt zu haben und das Baby zu verhätscheln. Deshalb füttert er seinen Enkel heimlich mit fettiger schottischer Wurst und erzählt ihm auf langen Spaziergängen, warum er seine Heimat so liebt. Bei einem Ausflug lernt er auch noch Museumskuratorin Claudia (Rosanna Arquette) kennen. Während der missmutige Mann spät entdeckt, worauf es im Leben ankommt, schreitet seine Krankheit immer weiter voran.

Produzentenlegende und sechsfacher Oscarpreisträger Arthur Cohn hat "Das etruskische Lächeln" auf die Kinoleinwand gebracht. Die  Regisseure Mihal Brezis und Oded Brinun erzählen das bewegende Drama mit einer großen Portion Humor. Schließlich geht es hier um das Wichtigste: vom Leben bis zum Tod. Brian Cox lässt den grummeligen Alten nicht zur Witzfigur verkommen, sondern stattet ihn mit Würde aus. Was für ein fordernder, schwieriger Vater er war, wird in glaubwürdigen Auseinandersetzungen mit seinem Sohn Ian deutlich, dem Verletzungen noch anzumerken sind. Der ungewöhnliche Titel erklärt sich zum Ende der Geschichte. Zuschauer dürften mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause gehen.

Ein berührender Film mit tollen Schauspielern – gute Unterhaltung!

Tragikomödie, USA, 2018, Regie: Mihal Brezis, Oded Brinun, ab 6 Jahren

Kinostart: 12.04.2018

Stand: 12.04.2018, 00:00