Colette

Eine junge Frau mit zwei geflochtenen Zöpfen sitzt an einem Schreibtisch

WDR 2 Kino

Colette

Von Andrea Burtz

Sie waren eines der ersten Promi-Paare der Moderne: die Schriftstellerin "Colette" und der Autor "Willy", der auch die Bücher seiner Gatttin unter seinem Namen veröffentlicht. Kostümfilm und Emanzipationsgeschichte mit Keira Knightley.

Frankreich, kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert. Sidonie Gabrielle (Keira Knightley) ist eine junge, unbekümmerte Dame vom Land aus weltoffenem Elternhaus. Ihre Mutter (Fiona Shaw) beobachtet, wie gut sich ihre Tochter mit einem sehr viel älteren Gast des Hauses versteht und sich schließlich in ihn verliebt. Der charismatische, aber auch egomanische Autor (Dominic West), der seine Werke unter dem Pseudonym "Willy" veröffentlicht, nimmt Colette mit nach Paris und führt sie in die Künstlerszene ein. Die beiden heiraten. Doch Willy lebt ständig über seine Verhältnisse, schnell ist das Paar verschuldet.

Willy, der das Talent anderer nur zu gerne zu seinen Gunsten ausschlachtet, hält Colette an, ihre Geschichten vom Land aufzuschreiben - der Beginn ihrer "Claudine-Reihe". Ihr Mann gestattet Colette, die Romane zu veröffentlichen - jedoch nur unter der Bedingung, dass auf dem Umschlag sein Name steht.

Autorenruhm und Seitensprünge

Durch den phänomenalen Erfolg dieser Bücher avanciert Willy zu einem berühmten Autor. Er wird gemeinsam mit seiner Frau zu einem der ersten Promi-Paare der Moderne. Obwohl sie in ganz Paris gefeiert werden, beginnt es an Colette zu nagen, dass sie nicht selbst die Anerkennung für ihre Arbeit bekommt. Ihre Ehe steht auf dem Spiel: Willy gibt seine Seitensprünge nicht auf und Colette interessiert sich zunehmend für Frauen. Emotional und auch künstlerisch gelingt es ihr jedoch noch nicht, sich völlig von ihrem Mann zu lösen. Um sich selbst zu retten, greift Willy zu verzweifelten Maßnahmen. Doch Colette weiß sich immer besser zu helfen. Sie hat sich emanzipiert.

Kostümfilm mit Emanzipationsgeschichte

Der üppig ausgestattete Kostümfilm "Colette" erzählt den Beginn der großen Karriere von Colette am Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist nur das erste Kapitel aus Colettes bewegtem Leben – der Film tut gut daran, sich auf ihre Emanzipationsgeschichte zu beschränken und so der Entwicklung der Figuren und der damaligen Atmosphäre in Pariser Künstlerkreisen genug Zeit einzuräumen. Die Emanzipation der Hauptfigur im Zeitkolorit greifbar zu machen, gelingt.

Keira Knightley spielt das wachsende Selbstbewusstsein Colettes mühelos, auch ihre große Lust, sich auszuprobieren – nicht nur literarisch. Ihre diversen Liebesgeschichten werden mit großer Selbstverständlichkeit erzählt, eine Affäre als bunter Bilderreigen inszeniert. Welcher Hintergrund würde sich dazu besser eignen, als das goldene Paris der Belle Epoque?

"Colette" und "Die Frau des Nobelpreisträgers - The Wife"

WDR 2 Kino | 03.01.2019 | 03:08 Min.

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Biopic, USA/Großbritannien 2018

Regie: Wash Westmoreland ("Still Alice – Mein Leben ohne Gestern")

Darsteller: Keira Knightley ("Kick it like Beckham", "Fluch der Karibik", "Stolz und Vorurteil", "Abbitte"), Dominic West ("Tomb Raider", "The Square", Serie: The Wire), Fiona Shaw ("Harry Potter und der Gefangene von Askaban", "Mein linker Fuß")

Länge: 111 min

Ab 6 Jahren

Kinostart: 03.01.2019

Stand: 03.01.2019, 00:01