Blade Runner 2049

Ryan Gosling und Harrison Ford in einer Szene aus dem Film "Bladerunner 2049"

WDR 2 Kino

Blade Runner 2049

Von Andrea Burtz

35 Jahre ist es her, seit Harrison Ford den "Blade Runner" gab. Das Science Fiction Epos von Ridley Scott war ein visuelles Meisterwerk, das längst als Genreklassiker gilt. Kann man so ein Werk überhaupt fortsetzen? Man kann. Wenn der Regisseur Dennis Villeneuve heißt. Inhaltlich knüpft er 30 Jahre später an die Geschichte an.

Los Angeles, 2049. Der Tyrell Konzern, der menschliche "Replikanten" herstellt, wird mittlerweile vom eiskalten Wallace (Jared Leto) geführt. Er will mit den künstlich hergestellten Menschen seine Macht ausbauen.

Alte und geflüchtete Replikanten werden immer noch von Killern des Police Department gejagt – den so genannten "Blade Runnern". Einer von ihnen ist K (Ryan Gosling). Wie unwirtlich seine Umgebung ist, lässt eine kleine Geste erahnen: Mehrmals schlägt K. seinen Jackenkragen hoch, um sich gegen Nieselregen und Wind zu schützen.

K bekommt von der skrupellosen Polizeichefin (Robin Wright) eine Mission, die ihn zwischen die Fronten der Mächtigen bringt. Doch der Replikant verfolgt auch ein persönliches Ziel: Er will seine mysteriöse Herkunft klären. Dabei trifft er auf den ehemaligen Blade Runner Rick Deckard (Harrison Ford).  

Regisseur Dennis Villeneuve hat zu Beginn der Pressevorführung persönlich per Grußbotschaft darum gebeten, nicht zu spoilern und keine Twists zu verraten. Sein Wunsch sei mir Befehl! Deshalb geht es inhaltlich an dieser Stelle nicht weiter. Nur die Wertung: die Story ist vergleichsweise klein und bleibt hinter atemberaubend schönen Bildern von Kameralegende Roger Deakins ("Sicario", "Skyfall") und einer akkuraten Inszenierung zurück.

Gleich in der ersten Einstellung fährt die Kamera über endlose Weiten Kaliforniens, die zu einer trostlos automatisierten Farmlandschaft verkommen sind. Dem bekannten Moloch Los Angeles fügt der Regisseur den Schauplatz ein verseuchtes Las Vegas hinzu, das auf ewig in Flammen zu stehen scheint. Es gibt reichlich zu gucken und zu staunen und Dennis Villneuve kostet diese Szenarien genüsslich aus. "Blade Runner 2049" ist entschleunigt in Szene gesetzt – ganz so wie auch sein Vorgänger. Es stellen sich grundsätzliche Fragen nach der eigenen Existenz, die jene philosophischen Gedankenspiele in Gang bringen, die auch das Original ausmachten.

Die Musik von Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer übernimmt zurückhaltend Motive des großartigen Scores von Vangelis, ohne jedoch die Intensität des Originals zu erreichen.

Harrison Ford hat einen kleinen, emotional überzeugenden Auftritt eines in die Jahre gekommenen Kämpfers. Damit überstrahlt er seinen Kollegen Ryan Gosling, der seine Figur als klassischen "einsamen Wolf" interpretiert.

Blade Runner 2049 – über 163 Minuten überwältigend schöne Bilder, die ihre kleine Story vergessen machen.

Science Fiction, 2017

Regie:
Dennis Villeneuve ("Arrival", "Sicario", "Ennemy")

Darsteller: Ryan Gosling ("Drive"“, "Only God forgives", "La La Land", "The big Short", "Crazy Stupid Love"), Robin Wright ("Die Braut des Prinzen", "Forrest Gump", Serie: "House of Cards"), Jared Leto ("Dallas Buyers Club"), Harrison Ford ("Krieg der Sterne", "Jäger des verlorenen Schatzes")

Länge: 163 min

Ab 12 Jahren

Kinostart: 05.10.2017

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WDR 2 | 05.10.2017 | 04:07 Min.

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Stand: 05.10.2017, 00:01