Aufbruch zum Mond

WDR 2 Kino

Aufbruch zum Mond

Von Andrea Burtz

Nach dem Erfolg mit "La La Land" arbeiten Regisseur Damien Chazelle und Schauspieler Ryan Gosling wieder zusammen: Diesmal spielt Gosling den Weltraumpionier Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Sehenswert!

"Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit." So umschrieb der Astronaut Neil Armstrong vor fast 50 Jahren die Bedeutung der ersten Mondlandung. Echter Kinostoff, an den sich jetzt "La La Land"- Regisseur Damien Chazelle gewagt hat. Erneut setzt er auf Ryan Gosling als Hauptdarsteller und tut gut daran. Denn das Drehbuch von Josh Singer, das auf einem Sachbuch von James R. Hansen beruht, stellt den Privatmann Neil Armstrong in den Mittelpunkt und porträtiert ihn als in sich gekehrten Mann. Nach dem Tod seiner schwer kranken zweijährigen Tochter stürzt er sich in die Arbeit um zu vergessen. Einer, der wenig spricht, Angst und Trauer mit sich selbst ausmacht.

Stille Hauptfigur, minimalistisches Spiel

Ryan Gosling ist die perfekte Besetzung für eine stille Hauptfigur. Wie er durch minimalistisches, eindrucksvolles Spiel wortlos Charaktere facettenreich ausstatten kann, hatte er bereits in "Drive" und "The place beyond the pines" bewiesen. Janet, die kluge Ehefrau (beeindruckend: Claire Foy) an Armstrongs Seite, fängt sein Verhalten in der Familie auf. Die beiden vereint spürbar das Verständnis Liebender, die Schicksalsschläge gemeinsam durchgestanden haben.

Erst nachdem bei einem ersten Test in der Kapsel drei Apollo-Astronauten verbrennen, die auch gute Freunde der Familie waren, zwingt sie ihren Mann, mit seinen Söhnen zu sprechen. Er soll sie persönlich darauf vorbereiten, dass ihr Daddy vielleicht nicht aus dem All zurückkehren wird.

Enorme emotionale Wucht

Damian Chazelle erzählt vom Umgang mit Schicksalsschlägen in eindringlicher Stille, die eine enorme emotionale Wucht entfaltet. Wie gefährlich die Mission damals war, verdeutlichen Szenen im Simulator, der sich um alle drei Achsen dreht. "Aufbruch zum Mond" schüttelt nicht nur emotional, sondern auch körperlich durch.

In den Vorbereitungen zur Mondlandung ist immer spürbar, wie groß der Wille ist, es zu schaffen. Gleichzeitig ist der Weg zum Ziel beschwerlich und nicht so sicher, wie es Verantwortliche verkünden.

Bekannte Geschichte aus unbekanntem Blickwinkel

Gerade weil der Film ohne Pathos und dick aufgetragenen Patriotismus auskommt, entfaltet er in stillen Momenten seine große Wucht, unterstützt von den eindrucksvollen Bildern von Kameramann Linus Sandgren ("La La Land").

"Aufbruch zum Mond" erzählt eine bekannte Geschichte aus einem noch unbekannten Blickwinkel. Und das macht ihn sehenswert!

"Aufbruch zum Mond": Kein Film für jede Stimmung

WDR 2 | 08.11.2018 | 03:45 Min.

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Neu im Kino: "Aufbruch zum Mond" und "Elliot, das kleinste Rentier"

WDR 2 Kino | 08.11.2018 | 03:11 Min.

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Drama, USA 2018

Regie: Damian Chazelle ("Whiplash", "La La Land")

Darsteller: Ryan Gosling ("La La Land", "Drive", "The Place beyond the pines", "Crazy, stupid, love", "Blade Runner 2049"), Claire Foy ("Solange ich atme", "Verschwörung", Serie: "The Crown"), Jason Clarke ("Das Winchester House"), Kyle Chandler ("Manchester by the sea", "Argo")

Länge: 141 min

Ab 12 Jahren

Kinostart: 08.11.2018

Stand: 08.11.2018, 00:01