Ad Astra - Zu den Sternen

Brad Pitt als Roy McBride in einer Szene des Films "Ad Astra - Zu den Sternen"

Ad Astra - Zu den Sternen

Von Andrea Burtz

Roy McBride ist Astronaut, wie schon sein Vater. Vor zwanzig Jahren ist dieser zum Neptun aufgebrochen und verschollen. Nun soll Roy herausfinden, was passiert ist. Weltraumdrama mit Brad Pitt und Tommy Lee Jones.

Neu im Kino: "Ad Astra - Zu den Sternen" und "Downton Abbey"

WDR 2 19.09.2019 03:16 Min. Verfügbar bis 18.09.2020 WDR Online

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Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) bringt nichts aus der Ruhe. Auch bei Stress bleibt sein Puls bei 85 Schlägen in der Minute. Die eigenen Gefühle scheint er nur aus Distanz wahrzunehmen, seine Ehe ist gescheitert, von seinen Mitmenschen hat er sich innerlich entfernt.

Auch sein Vater Clifford (Tommy Lee Jones) war Astronaut, noch immer ein angesehener Held, der auch 29 Jahre nach seinem Verschwinden im All noch gefeiert wird. Jetzt gibt es Anzeichen, dass Clifford McBride noch lebt. Geheime Militärakten behaupten sogar, dass er kein Held mehr ist, sondern mit seinem Wirken nahe dem Planeten Neptun eine große Gefahr für die irdische Bevölkerung darstellt.

Sohn als Köder für den verschollenen Vater

Deshalb will das Militär Sohn Roy für eine streng geheime Reise ins All gewinnen, um Clifford zu finden. Roy begreift schnell das verschwiegene Ziel des Unternehmens: Er ist der Köder für seinen Vater. Bei seiner Rückkehr soll er umgebracht werden. Was wird Roy tun? Die Suche nach dem Vater wird zu einer Reise zu sich selbst.

Regisseur James Gray ist ein sehr ruhiger Science Fiction Film gelungen, der über weite Strecken ausschließlich von seinem Hauptdarsteller Brad Pitt getragen wird. Diesem Roy, einem in sich gekehrten, einsamen Helden folgt man gern. Leider vertraut die Regie nicht auf sein eindringliches Spiel, sondern lässt in vielen Soloszenen Roys Stimme aus dem Off Gedanken und innere Monologe vortragen, so dass wenig Raum für die eigene Interpretation von Roys Handeln bleibt.

Überraschende Details

Immer wieder überrascht Gray mit spannenden Details, die er beiläufig miterzählt. Auf dieser Reise in naher Zukunft ist ein Flug von der Erde zum Mond schon per Linie zu erreichen, der Bordservice allerdings unglaublich teuer.  

Grays Inszenierung hat einige originelle Szenen zu bieten: einen Angriff von Versuchsprimaten im Raumschiff oder einen Faustkampf in der Schwerelosigkeit. Diese Momente lässt er für sich sprechen, ohne sie durch bombastische Musik oder schnelle Schnitte zusätzlich zu dramatisieren. Elegant findet er zum gewohnten gedämpften Tempo zurück.

Ruhige Reise durchs All

Man reist als Zuschauer mit durchs All, der Puls scheint sich der niedrigen Schlagzahl des Astronauten anzupassen. Ausgerechnet in der endlosen Weite scheint Roy immer mehr zu sich zu finden. Würde Roy schweigen, würde man noch lieber mit ihm durchs All schweben und Gedanken freien Lauf lassen.

Science Fiction Drama, USA 2019

Regie:
James Gray ("The Immigrant", "Die versunkene Stadt Z", "Two Lovers")

Darsteller: Brad Pitt ("Once upon a time … in Hollywood", "Mr. & Mrs. Smith", "Inglourious Basterds"), Tommy Lee Jones ("Auf der Flucht", "No Country for old men", "Lincoln"),  Liv Tyler ("Armageddon – Das Jüngste Gericht", "Herr der Ringe – Rückkehr des Königs"), Donald Sutherland ("Wenn die Gondeln Trauer tragen"; "Die Tribute von Panem – Catching Fire")

Länge: 123 min

Ab 12 Jahren

Kinostart: 19.09.2019

Stand: 19.09.2019, 00:00