A Ghost Story

WDR 2 Kino

A Ghost Story

Von Andrea Burtz

Bei einem Autounfall kommt C (Casey Affleck) ums Leben und streift seitdem als Geist durch sein früheres Zuhause. Er muss zusehen, wie seine Frau langsam in eine neue Zukunft entschwindet. Poetisch und kontemplativ, meint WDR 2 Kinokritikerin Andrea Burtz.

Es passiert plötzlich und völlig unerwartet: C (Casey Affleck) kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch kurz darauf kehrt sein Geist zurück. Der Illusion verschrieben, seiner Frau M (Rooney Mara) bei ihrem Verlust beizustehen, muss er feststellen, dass er in seiner neuen Gestalt existiert – losgelöst von jeglicher Zeit.

Das heißt, dass C im Film aussieht wie ein "klassischer Kindergeist": verhüllt von einem weißen Laken mit großen, schwarzen Augen. Menschen können ihn nicht sehen, er jedoch kann an der Welt, zu der er bis vor kurzem gehörte, teilhaben.

Gefesselt an passives Dasein

Als passiver Beobachter ist er gezwungen, schmerzlich dabei zuzusehen, wie ihm das Leben, das er kannte, entgleitet. Die Frau, die er liebte, entschwindet mit der Zeit in eine neue Zukunft. Fremde Menschen betreten sein altes Zuhause, M verändert sich auch äußerlich. Schließlich verlässt sie das gemeinsame Haus ganz.

Unfähig, seine neue Situation zu akzeptieren, vergehen Tage, Wochen, Jahre. In Verzweiflung muss C erkennen, dass er womöglich für immer an dieses passive Dasein gefesselt sein wird. Während sich die Welt um ihn herum drastisch verändert, verblassen Stück für Stück die Konturen seiner eigenen Existenz.

Poetische Betrachtung von Zeit und Vermächtnis

"A Ghost Story" zeichnet in ungewöhnlich langsamem, beobachtenden Tempo ein romantisches Bild unserer Suche nach Sinn, Liebe und dem, was von uns bleibt, wenn wir nicht mehr sind. Eine poetische Betrachtung von Zeit und Vermächtnis. Kontemplativ!

Drama, USA 2017, Regie: David Lowery, ab 12 Jahren, Kinostart: 07.12.2017

Stand: 07.12.2017, 00:00