Mythos Marilyn Monroe

Von René Denzer

Filmikone, Sängerin, Sexidol – zu ihrer Zeit war Marilyn Monroe die am meisten fotografierte Frau der Welt. Am 4. August 1962 starb sie im Alter von 36 Jahren. Um ihren Tod ranken sich viele Gerüchte. Nicht nur deswegen ist sie bis heute allgegenwärtig.

Marilyn Monroe in jungen Jahren.

Zerrüttetes Familienverhältnis: Marilyn Monroe kam am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jean Baker unehelich zur Welt. Sie wuchs als Halbwaise bei Pflegeeltern und in einem Heim auf. Als 16-Jährige heiratet sie den Nachbarsjungen James Dougherty und muss als Minderjährige dadurch nicht mehr zu Pflegeeltern oder ins Waisenhaus. 1946 folgt die Scheidung.

Zerrüttetes Familienverhältnis: Marilyn Monroe kam am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jean Baker unehelich zur Welt. Sie wuchs als Halbwaise bei Pflegeeltern und in einem Heim auf. Als 16-Jährige heiratet sie den Nachbarsjungen James Dougherty und muss als Minderjährige dadurch nicht mehr zu Pflegeeltern oder ins Waisenhaus. 1946 folgt die Scheidung.

Hunger nach Anerkennung: "Mein Problem ist, dass ich mich selbst unter Druck setze. Aber ich möchte wunderbar sein", hat Marilyn Monroe einmal gesagt. Dafür ändert sie nicht nur ihren Namen, sondern auch ihr Aussehen. Um die blonde Ikone zu werden, die sie war, legt sie sich unters Messer. Zähne, Kinn, Nase – die Schönheitsoperationen haben es gerichtet. Das brünette Mädchen ist passé.

Vom Cover-Girl zur gefeierten Filmikone: Dank des neuen Aussehens geht es auch mit der Karriere bergauf. In Klassikern wie "Blondinen bevorzugt" (1953 – Foto mit Jane Russell) und "Wie angelt man sich einen Millionär?" (1953) überzeugte sie in ihrer typischen Rolle als naive, laszive Blondine. Mit ihrem Talent als Komödiantin und Sängerin avancierte sie zum größten Star Hollywoods.

In der Komödie "Das verflixte 7. Jahr" (1955) von Billy Wilder hatte sie eine Glanzrolle. Unvergessen ihr über einem Luftschacht wehendes Kleid. Für ihre Charakterdarstellung in "Bus Stop" (1956) und ihre Leistung in "Der Prinz und die Tänzerin" (1957) bekam sie gute Kritiken. Ihren größten Erfolg hatte sie mit der Wilder-Komödie "Manche mögen's heiß" (1959).

Privat läuft es dafür nicht. 1954 heiratet Monroe den Baseballstar Joe DiMaggio. Die Ehe litt an beider Gegensätzlichkeit, nach nur neun Monaten wurde sie geschieden. Der neue Mann an der Seite von Marilyn Monroe wurde der bekannte Dramatiker Arthur Miller (Foto). 1956 folgte die Hochzeit, 1961 die Scheidung nach zahlreichen Ehestreitigkeiten.

Monroe macht mit Affären auf sich aufmerksam. Nachgesagt wird ihr auch eine mit dem damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy. Unvergessen der Auftritt Monroes im hautengen Glitzerkleid im Madison Square Garden in New York, bei dem sie John F. Kennedy zum 45. Geburtstag ihr laszives "Happy Birthday, Mr. President" ins Mikrofon hauchte. Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte der Frau, die im August desselben Jahres unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

Die kolportierte Verbindung des damaligen US-Präsidenten mit Monroe sorgte angesichts ihres mysteriösen Todes und der Gerüchte um ihre Liaison mit seinem Bruder Robert F. Kennedy für vielfältige Spekulationen über die Beteiligung des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA am Tod der Schauspielerin. Nach einer anderen Version soll die Mafia für ihren Tod verantwortlich sein, um die Spur in Richtung der Kennedy-Brüder zu lenken, um deren Vorgehen gegen das organisierte Verbrechen zu blockieren. Fakt ist, dass Marilyn Monroe im Alter von 36 Jahren in ihrem Haus in Brentford am 5. August 1962 tot aufgefunden wurde - da war sie bereits einen Tag tot. Im Obduktionsbericht heißt es: "Akute Barbituratvergiftung infolge von Einnahme einer Überdosis – wahrscheinlich Selbstmord."

Auch nach ihrem Tod ist Marilyn Monroe bis heute allgegenwärtig. Der Siebdruck mit dem Titel "Marilyn Diptych" von Andy Warhol aus dem Jahr 1962 findet sich zum Beispiel in der Mode wieder. Das Ausgangsbild war ein Pressefoto Monroes von Gene Korman für den Film Niagara von 1953. Das Werk Warhols befindet sich in der Sammlung der Tate Gallery of Modern Art in London. Überhaupt sind Monroe, ihr Leben, ihre Filme, ihre Kleider, Teil etlicher Ausstellungen überall auf der Welt.

In der Musik setzte sich Elton John mit dem Leben von Marilyn Monroe auseinander. "Candle in the wind" heißt das Stück, das im Februar 1974 als Single veröffentlicht wird. Der Text des Songs verurteilt die kommerzielle Ausbeutung des Stars. Als Metapher benutzt Elton John eine vorzeitig verlöschte Kerze. Am 6. September 1997 sang Elton John das Lied bei der Beerdigung von Prinzessin Diana. Da begann er mit den Worten "Goodbye England's Rose", in der ursprünglichen Fassung heißt es "Goodbye Norma Jean".

Stand: 04.08.2022, 00:00 Uhr