Schnörkellos, treibend und swingend: Charlie Watts wird 80

Schnörkellos, treibend und swingend: Charlie Watts wird 80

Von Sabine Kortland

Meist dezent im Hintergrund: Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts feiert am 2. Juni seinen 80. Geburtstag. Würden Konzerte stattfinden, wäre er vermutlich gerade auf Tour. Gratulation an eine lebende Drummer-Legende, deren Liebe nach wie vor auch dem Jazz gehört.

Charlie Watts Portrait (1969)

Am 2. Juni 1941 ist Charles Robert Watts in Kingsbury, im heutigen London Borough of Brent geboren. Im Alter von zehn Jahren interessiert er sich bereits für Jazz-Musik und beginnt auf selbstgebauten Trommeln zu spielen. Nach der Schule besucht er die Kunsthochschule und arbeitet ab 1960 als Grafikdesigner.

Am 2. Juni 1941 ist Charles Robert Watts in Kingsbury, im heutigen London Borough of Brent geboren. Im Alter von zehn Jahren interessiert er sich bereits für Jazz-Musik und beginnt auf selbstgebauten Trommeln zu spielen. Nach der Schule besucht er die Kunsthochschule und arbeitet ab 1960 als Grafikdesigner.

Zunächst spielt Watts in Jazz-Formationen, unter anderem auch in der britischen Bluesband "Blues Incorporated", zu deren Gründungsmitgliedern er zählt. Hier lernt er 1962 die Gitarristen Brian Jones und Keith Richards kennen, wie auch den damals 19-jährigen Mick Jagger, die alle als Musiker für die Band angestellt wurden.

Schnell trennen sich Richards und Jagger wieder von "Blues Incorporated" und gründen mit Brian Jones die Rolling Stones. Kurz nach der Gründung im Januar 1963 steht Charlie Watts als Schlagzeuger mit der Band gemeinsam auf der Bühne.

Watts hat sich damals von "Blues Incorporated" getrennt, weil er sich nicht für gut genug hielt, um mit den großartigen Jazz-Künstlern mitzuhalten. Richards und Jagger wollen Watts aber unbedingt. Von da an geht es für die Rolling Stones bergauf und mit ihrem ersten Superhit "(I Can’t Get No) Satisfaction" schaffen die Stones 1965 den weltweiten Durchbruch.

Trotz des Erfolgs mit den Stones bleibt Charlie Watts liebend gern Ehemann und Familienvater. Statt sich mit den vielen weiblichen Fans zu vergnügen, bleibt er auf seinem Hotelzimmer und zeichnet. Mit seiner Frau Shirley ist er seit über 50 Jahren noch immer verheiratet.

Ende der 60er Jahre habe die Mitglieder der Rolling Stones – bis auf Watts – sich viel um ihre persönlichen Probleme und ihren Drogenkonsum gekümmert: Hier noch mit Bassist Bill Wyman (2. von r., der 1993 die Band verlässt) und Brian Jones (l., der 1969 im Pool ertrinkt) und in der Mitte Charlie Watts.

Dieses Bild stammt aus dem Oktober 1969, kurz bevor die Stones zu ihrer USA-Tournee nach zweieinhalb Jahren Konzert-Pause aufbrechen und das Album "Let it Bleed" erscheint.

Anfang der 1970er haben die Stones finanzielle Probleme, da sie unter der hohen Steuerlast in Großbritannien leiden. Also verlegen sie erstmal alle ihren Wohnsitz nach Südfrankreich und proben vom europäischen Festland aus weiter.

Wie auch Ron Wood, hält sich Charlie Watts im Hintergrund und überlässt dem Ego-Giganten Jagger die Bühne!

In den 80ern leidet Charlie Watts unter einer Alkohlabhängikeit. Dank seiner Disziplin kommt er von der Sucht los.

1989 wird Charlie Watts mit den Rolling Stones in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen.

Heute ist der Schlagzeuger außerdem Pferde- und Hunde-Züchter auf seinem Landsitz in der Grafschaft Devon und interessiert sich für perfekt sitzende Anzüge. Vom "Daily Telegraph" wird er zu einem der bestgekleideten Männer gekürt.

Watts zählt zu den Drummern, die einen extrem reduzierten Stil pflegen. Die Musikzeitschrift Rolling Stone platziert ihn für sein Spiel auf Platz zwölf der 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten. Und neben den Stones spielt er erfolgreich in diversen Jazz-Combos mit.

Im Alter erfolgreicher denn je: The Rolling Stones, (v.l.) Mick Jagger, Charlie Watts, Keith Richards und Ron Wood.

Auch mit 80 Jahren spielt Charlie Watts noch immer seine charakteristischen, treibenden Beats für die Rolling Stones, die langlebigste und kommerziell erfolgreichste Rock'n'Roll-Band der Welt. Wir gratulieren herzlich dem Rock-Musiker, der kein Rock-Star sein will.

Stand: 26.05.2021, 11:17 Uhr