Komödie Düsseldorf: "Taxi, Taxi" – Ein durchdrehendes Doppelleben

Ensemble des Theaterstücks "Taxi, Taxi"

Komödie Düsseldorf: "Taxi, Taxi" – Ein durchdrehendes Doppelleben

Von Stefan Keim

Peter Millowitsch inszeniert Ray Cooneys Farce "Taxi Taxi" an der Komödie Düsseldorf. Schon vor der Pause wird es abgedreht. Im zweiten Teil prasseln die Gags dann im Sekundentakt.

Komödie Düsseldorf: "Taxi, Taxi" - Ein durchdrehendes Doppelleben

WDR 4 Gut zu wissen | 14.12.2017 | 03:12 Min.

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Zwei Frauen für John

John Smith hat keinen originellen Namen. Er fällt auch sonst nicht besonders auf. Und er fährt Taxi, mal hat er Spät-, mal Frühschicht. All das ist nötig, damit sein Leben funktioniert. Denn John Smith hat zwei Frauen. Mit beiden ist er verheiratet, die Wohnungen liegen genau viereinhalb Autominuten voneinander entfernt. Und er hat einen genauen Stundenplan, wann er wo sein muss.

Doch dann geht alles durcheinander. John hat bei einer Prügelei einen auf den Kopf bekommen und die Nacht im Krankenhaus verbracht. Ein Polizist bringt ihn nach Hause – und Johns Zeitplan ist durcheinander. Beide Frauen haben ihn schon als vermisst gemeldet. Und dann geht der Wahnsinn los in Ray Cooneys Farce "Taxi Taxi".

Der Aufbau einer Lügengeschichte

Die Bühne ist zweigeteilt. Rechts ist die eine, links die andere Wohnung zu sehen. Der Riss geht genau durch das Sofa in der Bühnenmitte. John improvisiert und zieht immer mehr Leute in seine Lügengeschichten hinein. Erst seinen Freund Stanley, dann zwei Polizisten, schließlich auch einen liebenswerten Schwulen, der mit seinem Lebensgefährten gerade ins Obergeschoss gezogen ist und die Wohnung streicht. Vor der Pause gibt es manchmal noch Gelegenheit zum Atemholen. Im zweiten Teil prasseln dann die Gags im Sekundentakt. Die Situationen werden immer abgedrehter. Eine Gemahlin beschreibt er als Nonne, die andere erst als Putzfrau, dann als Transvestit. Mit Stanley gibt er vor, ein Verhältnis zu haben. Und ein Polizist verrät die seltsamen Kosenamen, die er mit seiner Frau austauscht.

Wild, wilder am wildesten

Ensemble des Theaterstücks "Taxi, Taxi"

Das Ensemble hat sichtlich Freude an den lustigen Gags

Die aufgedrehten Schauspieler haben einen Riesenspaß an den hinreißenden Beklopptheiten des Stücks. Irgendwann geht es überhaupt nicht mehr um Glaubwürdigkeit, sondern um die nächste Wendung und einen noch wilderen Gag. In diesem Trubel das richtige Maß zu wahren, ist die große Aufgabe der Regie. Peter Millowitsch inszeniert mit sicherer Hand und genauem Timing. Er hat angekündigt, sein traditionsreiches Volkstheater in Köln in anderthalb Jahren aufzugeben. Dann ist Millowitsch 70, er hat keinen Erben. Aber in Düsseldorf will er weiter machen. Mit "Taxi Taxi" hat er einen Hit gelandet.

Die nächsten Aufführungen

Bis 5. Januar 2018
Dienstag bis Samstag jeweils 20 Uhr
Samstag 17 und 20 Uhr
Sonntag 18 Uhr

Karten
0211 – 13 37 07

Adresse
Komödie Düsseldorf
Steinstraße 23
40210 Düsseldorf

Stand: 14.12.2017, 00:00