Schau: Große Oper - viel Theater?

Schau: Große Oper - viel Theater?

Nicht nur in NRW wird leidenschaftlich darüber gestritten, wie die Schauspiel- und Opernhäuser der Zukunft aussehen sollen. Mit einer Ausstellung über europäische Bühnenbauten begleitet das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt die vielfach geführte Debatte.

Städtische Bühne Frankfurt

Im Zentrum der Ausstellung "Große Oper – viel Theater? Bühnenbauten im europäischen Vergleich" stehen die Städtischen Bühnen in Frankfurt. Das Haus, das Oper und Schauspiel gemeinsam beherbergt, gilt bereits seit Längerem als baufällig.

Im Zentrum der Ausstellung "Große Oper – viel Theater? Bühnenbauten im europäischen Vergleich" stehen die Städtischen Bühnen in Frankfurt. Das Haus, das Oper und Schauspiel gemeinsam beherbergt, gilt bereits seit Längerem als baufällig.

Die Frankfurter diskutieren nun darüber, ob der Bau mit dem gläsernen Foyer umfassend erneuert werden soll - oder ob ein Neubau besser wäre. Architekturexperten gehen in beiden Fällen von rund 900 Millionen Euro Kosten aus.

Die Städtische Bühne wurde 1902 eröffnet und ist bereits mehrfach umgebaut worden. Seitdem hat der Bühnenbereich samt Technik immer mehr Platz eingenommen.

Eine ähnliche Debatte wie in Frankfurt wurde über Jahre hinweg auch in Köln geführt. Der Stadtrat hatte ursprünglich einen Neubau des von Wilhelm Riphahn entworfenen und 1957 eröffneten Ensembles vorgesehen. Doch ein Bürgerbegehren verhinderte den Abriss.

Für die Sanierung des Baus waren ursprünglich 250 Millionen Euro vorgesehen. Inzwischen gehen die Planer von bis zu 600 Millionen Euro aus. Das Haus wird zudem frühestens im Jahr 2022 wieder neu eröffnet.

Eine große Theater-Baustelle ist auch in Düsseldorf zu finden. Seit 2016 wird das denkmalgeschützte Theater, das 1965 errichtet wurde, saniert.

Ähnlich wie in Köln gehen die Stadtoberen inzwischen davon aus, dass die Sanierung teurer wird als geplant. Damit der Zuschauerbereich ebenfalls modernisiert werden kann, haben Düsseldorfer Bürger sechs Millionen Euro an Spendengeldern eingesammelt.

Als rundum gelungenes Beispiel wird in der Ausstellung die Teilsanierung des National Theatre in London präsentiert.

Das Haus wurde vor rund zehn Jahren umfassend saniert. Die Modernisierungsmaßnahmen wurden dem Bau, der vom "Betonbrutalismus" der siebziger Jahre geprägt ist, angepasst.

Komplett neu gebaut wurde das Opernhaus in Oslo. Der 2008 fertig gestellte Gebäudekomplex liegt direkt am Wasser. Die Architekten ließen sich bei ihrer Arbeit von ineinander geschobenen, aufgetürmten Eisschollen inspirieren.

Mit dem Neubau sollte das Gelände, ein altes Hafengebiet, wiederbelebt werden. Das Foyer des Hauses ist daher auch von früh morgens bis spät abends geöffnet - und explizit für jedermann zugänglich.

Auch das Opernhaus in Kopenhagen wurde in einem alten Hafenviertel angesiedelt. Innerhalb einer Bauzeit von lediglich drei Jahren konnte das Gebäude fertiggestellt werden.

Der weithin sichtbare Bau aus Naturstein, Metall und Glas ist beispielhaft für die in den letzten Jahren neu geschaffenen Spielstätten: Die Häuser öffnen sich hin zur Stadt - und zu den Menschen. Die Ausstellung in Frankfurt ist bis zum 13. Mai zu sehen.

Stand: 27.03.2018, 10:00 Uhr