"Frau Merian und die Wunder der Welt" von Ruth Kornberger

"Frau Merian und die Wunder der Welt" von Ruth Kornberger, Buchcover

"Frau Merian und die Wunder der Welt" von Ruth Kornberger

Von Cathrin Brackmann

Immer weniger Insekten: diese Meldung kennen wir seit einigen Jahren. Tatsächlich ist, nach Angaben des Naturschutzbundes, die Menge an Fluginsekten seit 1989 um 80 Prozent zurückgegangen.

Das wusste auch schon Maria Sibylla Merian, geboren 1647 in Frankfurt am Main, gestorben 1717 in Amsterdam. Sie gilt als Wegbereiterin der Insektenkunde. Der eine oder andere wird sich an ihr Bild vielleicht noch erinnern: Es war auf dem 500 Mark-Schein abgebildet.

Maria Sibylla Merian war eine starke Frau, die ihrer Zeit weit voraus war. Sie verließ ihren Mann, ging als alleinerziehende Mutter nach Amsterdam und unternahm eine zweijährige Reise in die niederländische Kolonie Surinam, um Insekten zu zeichnen und zu erforschen. Sie beschrieb als eine der Ersten Ökosysteme und zeichnete Insekten auf ihre Wirtspflanzen. Sie kritisierte schon damals Monokulturen in der Landwirtschaft, und ihr Buch über die Insekten Surinams machte sie als Künstlerin und Forscherin berühmt. Und trotzdem ist sie vielen Menschen kein Begriff, ganz im Gegensatz zu Alexander von Humboldt, der erst 100 Jahre später seine Forschungsreisen antrat.

Ruth Kornberger setzt in ihrem ersten Roman dieser faszinierenden Frau und Naturforscherin ein Denkmal. Der Roman ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion, denn über das Privatleben der "echten Frau Merian" ist wenig bekannt.

"Frau Merian und die Wunder der Welt" ist lehrreich und lesenswert zugleich, ein fesselnder Roman über eine Frau, deren Bilder von vor 300 Jahren uns heute noch zeigen, was wir zu verlieren drohen.

Frau Merian und die Wunder der Welt
Autorin: Ruth Kornberger
Verlag: C. Bertelsmann
528 Seiten
20 €

Stand: 06.07.2021, 00:00