David Rothenberg - Stadt der Nachtigallen – Berlins perfekter Sound

David Rothenberg - Stadt der Nachtigallen – Berlins perfekter Sound

David Rothenberg - Stadt der Nachtigallen – Berlins perfekter Sound

Von Monika Buschey

Der amerikanische Komponist David Rothenberg spürt dem faszinierenden Sound der Nachtigallen nach und verbindet die Klänge seines Saxophons mit denen der kleinen Sänger. Das Hörbuch stellt seine Arbeit vor.

David Rothenberg
Stadt der Nachtigallen – Berlins perfekter Sound

Ein Feature mit Musik
mit Eva Mattes und Julian Mehne
Regie: Vera Teichmann
Argon Hörbuch
ISBN 978-3-8398-1790-2
1 Audio CD

Auch als Buch erschienen:

David Rothenberg
Stadt der Nachtigallen – Berlins perfekter Sound

erschienen im Rowohlt Verlag
264 Seiten
Hardcover 26,00€
E-Book 24,99€

"Nachtigallen"

Die kleinen Sänger, die morgens das Licht begrüßen, haben längst die Schlafplätze aufgesucht, wenn dieser Sänger die Stimme erhebt.

"Nachtigallen"

Die unscheinbaren Nachtigallen haben ein riesiges Repertoire. Ihr inbrünstiger Gesang fasziniert und bezaubert. Wer ihnen zuhört, kommt ins Träumen, denn sie singen zur blauen Stunde, wenn es langsam dunkel wird.

"Jedes Jahr im Frühling kehren die Nachtigallen aus ihren Winterquartieren in den tropischen Regionen Afrikas zurück in unsere Gefilde. Im März brechen sie auf, überqueren die Sahara und das Mittelmeer und erreichen gegen Mitte April ihre Brutgebiete in Europa. Auf dieser Reise legen die kleinen Vögel, sie sind nur etwa so groß wie ein Spatz, bis zu 5500 Kilometer zurück."

Das Liebeslied der Nachtigallen

Schauspielerin Eva Mattes

Eva Mattes

Eva Mattes, eine menschliche Stimme, der man sich gerne anvertraut, was immer sie erzählt, hat diesmal den sachlichen Part. Sie berichtet vom Leben der der kleinen Vögel, die den betörenden Sound erzeugen.

Die Großstadt Berlin ist ihnen zur Heimat geworden, weil das viele Grün, das es dort gibt, Ruhe und Abgeschiedenheit bietet. Viele Sträucher und undurchdringliches Gebüsch – ideal für Bodenbrüter wie die Nachtigallen. Die Männchen singen im April und im Mai, um die Weibchen anzulocken.

Der amerikanische Musiker David Rothenburg hat sich vom Liebeslied der Nachtigallen faszinieren und anregen lassen. Ihm ist aufgefallen, dass die Vögel sich nicht von den Klängen, die das Saxophon hervorbringt, stören lassen. Ganz im Gegenteil, es scheint, als regten sie sie an.

"Ich glaube, zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich Nachtigallen in Helsinki. Der Frühling kam überraschend, und plötzlich Ende Mai, Anfang Juni und in den Bäumen, mitten in der Stadt machten diese Vögel die ganze Zeit Rabatz. Boo boo too too…"

David Rothenberg "Stadt der Nachtigallen"

WDR 3 Buchkritik 30.04.2020 05:40 Min. Verfügbar bis 30.04.2021 WDR 3


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Ebenbürtige Kollegen

Für Rothenburg sind Vögel ebenbürtige Kollegen, Virtuosen auf ihre Weise. Er hat beobachtet, dass sie interagieren, antworten, einstimmen, sich ganz offenbar wohl fühlen, wenn Menschen mit ihnen Musik machen.

Julian Mehne

Julian Mehne

Den Nachtigallen, folgert der Künstler, gehe es nicht allein um die Arterhaltung, wenn sie singen. Vor allem in Berlin, wo er auf die größte Population stieß und seine experimentellen Konzerte veranstaltet, beobachtete er und erlauschte ein Verhalten, das er in Richtung freie künstlerische Entfaltung deutet.

"Der Künstler begreift die Nachtigall als Musiker einer anderen Spezies. Er sieht in ihrem unbändigen Trieb zu singen etwas, das über die bloße Funktion des Balzverhaltens und der Revierverteidigung hinausgeht. Nämlich eine reine Freude am Musizieren, die das Dasein feiert."

Der Einklang von Mensch und Natur

David Rothenberg

David Rothenberg

David Rothenburg teilt seine Begeisterung mit anderen Musikern aus der Welt der Menschen, und die Konzerte im Berliner Tiergarten oder im Volkspark Hasenheide beziehen verschiedene Instrumente und die menschliche Stimme mit ein.

"Klänge"

"Es ist der Einklang von Mensch und Natur, wenn sich in einem einzigen Moment alles auf perfekte Weise zusammenfügt. Man hört das. Wenn man nach solchen Momenten sucht, wird man sie auch finden. Auch John Cage hat darüber gesprochen. Über diese Art, der Welt zuzuhören, bis sich alles einfach zueinander fügt. Also, ich habe probiert ob das auch für mich funktioniert."

Zusammen machen wir Musik

Eine Klangreise zum Staunen. Der Himmel über Berlin als ein neuer Erlebnisraum.

"Ich mache Musik mit der Natur, weil ich meine Auffassung davon erweitern möchte, was Musik sein kann. Also höre ich zu, lausche der Natur um mich herum und versuche einzustimmen, damit zwischen Mensch und Tier ein ganz eigener Sound entstehen kann. Zusammen machen wir Musik, die keiner von uns allein schaffen könnte. Auf welche Weise wir mit Musik kommunizieren und was das tatsächlich bedeutet, wissen wir nicht. Wir können etwas ausdrücken, wissen aber nicht, was wir sagen Denn im Gegensatz zur Sprache, die spezifische Dinge bezeichnet, steht Musik für sich selbst: Rhythmus, Harmonie, Melodie, Gefühl. Und ich glaube, dass andere Wesen das wahrnehmen können."

Stand: 28.04.2020, 14:03