Oscar de Muriel - Die Todesfee der Grindlay Street

Grafik zum Krimitipp "Die Todesfee der Grindlay Street" von Oscar Muriel

WDR 2 Krimitipp

Oscar de Muriel - Die Todesfee der Grindlay Street

Von Oliver Steuck

Die Inspektoren Frey und McGray ermitteln in mysteriösen Kriminalfällen im viktorianischen Großbritannien. Man weiß allerdings nie, ist es übernatürliche oder ganz irdische Mordlust, die die Täter antreibt. Diesmal hinterlässt angeblich eine Todesfee grausame Prophezeihungen.

Oscar de Muriel - Die Todesfee der Grindlay Street

WDR 2 Lesen | 14.01.2019 | 04:48 Min.

Download

Mit ihrem Schrei kündigt die Todesfee an, dass jemand in Kürze sterben wird, und sie hinterlässt kryptische, mit Blut geschriebene Nachrichten. Diesmal wird das Unheil im schottischen Edinburgh seinen Lauf nehmen, im Jahr 1889. Eine Londoner Theatertruppe gastiert hier gerade mit "Macbeth". Einer von dieser Gruppe soll offenbar die Premiere nicht überleben. Das klingt nach viel Aberglaube, aber schließlich spielt sogar Dracula-Erfinder Bram Stoker eine wichtige Rolle. Der war nämlich zu der Zeit tatsächlich Theaterintendant und hatte immer schon ein Faible für das Okkulte.

Zwei ungleiche Ermittler

Der besondere Reiz dieses Krimis sind allerdings die Ermittler. Die Inspektoren Frey und McGray sind wie Hund und Katze. Ian Frey ist ein Gentleman aus gutem Londoner Hause, der sehr zum Missfallen seines Vaters in den Polizeidienst gegangen ist. Jetzt ist er allerdings strafversetzt worden nach Schottland. Das ist für ihn die Hölle, denn die Schotten sind in seinen Augen ungehobelt, ohne Stil und Manieren und vor allem glauben sie an Übersinnliches. Und der Schotte Adolphus McGray, sein neuer Vorgesetzter und Partner, bestätigt ihm wirklich jedes Vorurteil. Der ist sehr forsch, legt wenig Wert auf sein Äußeres und glaubt an Geister und Feen. Und umgekehrt ist Frey für McGray das sensible Prinzesschen. Da gibt es immer wieder ganz wunderbare Wortgefechte.

Zum dritten Mal im Einsatz

"Die Todesfee der Grindlay Street" ist bereits der dritte Fall für Frey und McGray. Und wie seine beiden Vorgänger ist der Krimi spannend, zwischendurch auch immer ziemlich gruselig, aber durch die beiden Hauptfiguren auch sehr witzig. Wer "Die Schatten von Edinburgh" und "Der Fluch von Pendle Hill" nicht kennt, wird aber trotzdem großes Vergnügen an diesem Buch haben, denn gerade in diesem Band wird viel von der Vorgeschichte der beiden erzählt. Aber keine Angst, wer danach auch die ersten zwei Fälle lesen will, dem wird die Spannung nicht genommen.

Autor kommt aus Mexiko

Der neue Fall von Frey und McGray ist ein ganz großartiger Krimi für alle, die es very british lieben. Mit geschliffenen Dialogen, die genau auf den Punkt formuliert sind, und einer oft neblig-gruseligen Atmosphäre. Dabei ist der Autor ein junger Mexikaner: Oscar de Muriel ist Mitte 30 und kam erst für seinen Doktor in Chemie von Mexiko-City nach Großbritannien. Sein Studiengeld verdiente er sich unter anderem als Violinist. Nun ist er also auch noch erfolgreicher Krimiautor. Und wenn man seine Bücher liest, dann merkt man schnell, im Herzen ist der gebürtige Mexikaner wohl schon immer ein waschechter Brite gewesen. 

Oscar de Muriel
Die Todesfee der Grindlay Street
(übersetzt von Peter Beyer)
Goldmann Verlag
ISBN: 978-3442-48864-3
10 Euro

Stand: 14.01.2019, 00:00