Mamma mia: Geschichten über die allerbeste Frau der Welt

Cover "Mamma mia!", im Hintergrund ein blühendes Tulpenfeld

WDR 2 Buchtipp

Mamma mia: Geschichten über die allerbeste Frau der Welt

Von Christine Westermann

Mütter: Man liebt sie, man braucht sie und manchmal sind sie einfach nur anstrengend, peinlich, zum Weglaufen. Sie liefern Stoff für viele gute Geschichten. Jede in dieser Sammlung ist anders, aber alle sind eine Hommage an die allerbeste Frau der Welt - "Mamma mia".

Anna von Planta (Hrsg.): Mamma mia - Geschichten über die allerbeste Frau der Welt

WDR 2 | 13.05.2018 | 03:39 Min.

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Die Handlung:

An einem Sonntagmorgen um viertel vor sechs ruft Lilli nach ihrer Mama. Lilli ist noch klein, aber sie weiß , was sie will. Das kann sich allerdings minütlich ändern. Erst will Lilli am frühen Morgen zu Mama ins Bett und eine Flasche. Als die Mutter sie ihr schlaftrunken gibt, will Lilli Saft. Und zwar sofort. Als es den nicht gibt, knallt sie die Flasche in die Ecke. Die Mutter schreit, das Kind heult, der Vater, der seit Lillis Geburt auf der Couch schläft, wird wach.

Und es entwickelt sich ein Szenario, bei dem man  als Leser sofort spürt, welche Last und Lust es sein kann, eine Mutter, noch dazu eine gute, zu sein. Die Geschichte von Lilli und ihren Eltern findet ein hinreißendes Ende auf einem Berggipfel. Und sie hat mich mühelos hineingezogen in dieses Buch mit den Kurzgeschichten über Mama. 16 sind es insgesamt, prominente Autoren haben geschrieben: John Irving zum Beispiel, Donna Leon, Daniel Glattauer, Elke Heidenreich. 

Jede Geschichte ist anders, aber alle sind sie eine Hommage an die allerbeste Frau der Welt.

Die Bewertung:

Christine Westermann vor einem Bücherregal

WDR 2 Literaturkritikerin Christine Westermann

Am liebsten möchte ich den Klappentext übernehmen. Das tue ich jetzt auch. Denn treffender kann man es nicht formulieren. "Mütter: Man liebt sie. Man braucht sie, man könnte sie auf den Mond schießen. Sie geben ihr Bestes, und es reicht doch nie. Manchmal möchte man ihnen einfach nur danken."  Ich bin nicht wirklich ein Freund von Kurzgeschichten, oft hinterlassen sie ein merkwürdiges Gefühl von "auf die Bettkante gelockt und dann doch runtergeschubst worden". Weil etwas nicht zu Ende erzählt wird und man sich aber genau das oder jedenfalls eine Fortsetzung gewünscht hätte. Das ist der Vorteil und das Schöne bei diesen Mamma Mia Geschichten. Fast jede ist ein Auszug aus einem berühmten Roman, bei John Irving ist es "Garp" - und wie er gezeugt wurde. Die Lust, ein Buch noch einmal oder vielleicht auch zum ersten Mal zu lesen, stellt sich ein. Mamma Mia sind ein gutes Dutzend Buchempfehlungen auf 232 Seiten. Zugleich eine Liebeserklärung an die wichtigste Frau der Welt.

"Hält garantiert länger als ein Blumenstrauß." Auch da hat der Klappentext recht.

Anna von Planta (Hrsg.)
Mamma mia: Geschichten über die allerbeste Frau der Welt
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3257244403
10 Euro

Stand: 13.05.2018, 00:00