"Hamster im hinteren Stromgebiet" von Joachim Meyerhoff

Foto Westermann Wallentin im Studio

Gemeinsamer Westermann-Wallentin-Tipp

"Hamster im hinteren Stromgebiet" von Joachim Meyerhoff

Joachim Meyerhoff, hervorragender Schauspieler und gefeierter Schriftsteller. Jedes Buch ein Volltreffer, jeder seiner Romane auf der Bestsellerliste ganz oben, auf Platz eins. Auch der neue: "Hamster im hinteren Stromgebiet". Aber diesmal ist der Autor ein anderer.

Meyerhoff war stets einer, der in seinem Leben mit überbordender Kraft und Lust über seine Grenzen ging, weil es genau das war, was er wollte. Vor knapp zwei Jahren wurde er jäh ausgebremst. Von seinem eigenen Körper durch einen Schlaganfall. Über jenen großen Schrecken in seinem Leben, über die Panik, nicht mehr reden, nicht mehr laufen zu können, zu einem Pflegefall zu werden, über diese große Angst hat er jetzt ein Buch geschrieben.

Es ist eine ungewöhnliche, geniale, verblüffende Mischung aus Drama und Komik. Absurde, schräge, aberwitzige Situationen, die er in jenen neun Tagen auf der Intensivstation erlebt. Er hat Angst, nachts einzuschlafen, es könnte ihn ein zweiter Schlaganfall erwischen. Er hält sich wach mit Erinnerungen an die schönen und die schwierigen Zeiten in seinem Leben.

Erinnern als Rettung gegen die Angst, dass er und alles, was er ist, da oben im Kopf gerade gelöscht werden könnte.All das hat er in diesem Buch aufgeschrieben. Großartig und beeindruckend.

Eine Rezension von Christine Westermann und Andreas Wallentin

Literaturangaben:
Joachim Meyerhoff: Hamster im hinteren Stromgebiet
Kiepenheuer und Witsch, 320 Seiten, 24 Euro

Stand: 25.09.2020, 15:53