"Das Tal im Nebel" von Lenz Koppelstätter

"Das Tal im Nebel" von Lenz Koppelstätter, Buchcover

"Das Tal im Nebel" von Lenz Koppelstätter

Von Cathrin Brackmann

Südtirol im Spätherbst: die Touristenmassen sind weg, auf den unendlichen Feldern sind die Äpfel reif, umwabert von schier undurchdringlichem Nebel. Da werden in einer der Apfelkisten zwei tote Frauen gefunden.

"Das Tal im Nebel" von Lenz Koppelstätter

WDR 4 Bücher | 29.01.2019 | 02:09 Min.

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Für die Bauern, die hier das Sagen haben, ist klar; das war der Zwölfer-Heinrich. Der ist nicht ganz richtig im Kopf, der tanzt nackt mit den Toten, die sich im Nebel verstecken.

Commissario Grauner, selbst nebenbei Bauer, und sein neapolitanischer Kollege Saltapepe beginnen zu ermitteln. Und während der Kommissar Spuren findet, die ihn in die erlauchte Gesellschaft der Weinkritiker und vor allem -händler bringen, begibt sich Saltapepe ins Rotlichtmilieu und nimmt Kontakt zu den Prostituierten auf, die an der Staatsstraße, am Rande der Apfelfelder, ihre Dienste anbieten. Und beide bemerken dabei nicht die Schatten, die sich ihnen durch den Nebel nähern.

"Das Tal im Nebel" ist der vierte Fall des Ermittlerduos Grauner und Saltapepe, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Der eine im Herzen "Viechbauer" und Familienvater, der andere modebewusster Macho, dem die Sehnsucht nach der Heimat und die Einsamkeit der rauen Berge das Herz schwer macht. Aber gerade diese beiden Charaktere machen den Charme dieser Krimis aus.

Dazu hat der Autor Lenz Koppelstätter es auch in diesem Roman wieder verstanden, Südtirol mit seinen Menschen und vor allem seiner Atmosphäre zum Leben zu erwecken. Wir Leser haben das Gefühl, mit den Kommissaren durch die nebeligen Felder zu streifen, die reifen Äpfel zu riechen und die feuchte Kälte des Spätherbstes zu spüren.

Das Tal im Nebel
Autor: Lenz Koppelstätter
Verlag: Kiepenheuer und Witsch
288 Seiten
10 €

Stand: 29.01.2019, 00:00