Gregoire Delacourt - Das Leuchten in mir

Cover des Buches "Das Leuchten in mir" von Gregoire Delacourt

WDR 2 Buchtipp

Gregoire Delacourt - Das Leuchten in mir

Von Christine Westermann

Emma ist vierzig, seit achtzehn Jahren verheiratet und hat drei Kinder. Dass in ihrem Leben etwas Entscheidendes fehlt, merkt sie erst, als sie Alexandre sieht.

Gregoire Delacourt: Das Leuchten in mir

WDR 2 Lesen | 10.02.2019 | 04:46 Min.

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Die Handlung

Das Buch spielt in Frankreich, in Lille. Emma ist vierzig Jahre alt. Schon lange mit Olivier verheiratet. Lange und glücklich, sie haben drei Kinder, genug Geld, sie leben auf der Sonnenseite. Als Emma eines Tages in der Mittagspause in einem Bistro sitzt, sieht sie einen Mann. Er sitzt irgendwo am Nebentisch, wischt sich mit seiner Serviette vorsichtig den Mund ab. Hebt den Blick, ihre Augen treffen sich. Drei Wochen lang wird Emma jeden Mittag in dieses Bistro gehen, genau wie er, wie Alexandre. Sie werden nur wenige Sätze wechseln, sich nur einmal kurz mit den Fingerspitzen berühren. Und das genügt für den Entschluss, alles aufzugeben, was sie haben. Sie ihre Kinder, ihren Mann, genau wie er seine Ehe.

Sie werden sich am Bahnhof treffen, wegfahren, gemeinsam etwas Neues beginnen. Emma ist die erste am Bahnhof. Sie wartet.

Die Bewertung

Christine Westermann vor einem Bücherregal

WDR 2 Literaturkritikerin Christine Westermann

Ein Buch, das ich allen ans Herz lege, die Sehnsucht haben. Traurig sind. Die die kleine oder große Wende im Leben herbeisehnen. Die warten, aber nicht wissen, worauf. Vielleicht auf so einen Moment, wie wenn sich jemand mit einer Serviette den Mund abwischt und hochguckt. Und man sich sofort und bedingungslos verliebt. Verliebt auch in das Verlangen, begehrt zu werden.

Diese Geschichte von Emma und Alexandre, von den verlassenen Kindern, dem Ehemann entwickelt von der ersten Seite an einen schier unglaublichen Sog. Man spürt all die Emotionen fast körperlich.

Ja, man darf, wenn man dieses Buch empfiehlt, wirklich nur von den ersten Seiten erzählen. Bis zu jener Stelle, an der Emma auf Alexandre wartet. Was dann kommt, ist eine unglaublich intensive Geschichte, die allerdings am Ende - und das ist ein bisschen schade - haarscharf am Kitsch vorbeischrammt.

Es gibt ganz hinten im Buch eine Danksagung des Autors an seine Kinder. Wenn man sie liest, wird man den Eindruck nicht los, dass er diese Geschichte nicht einfach nur erfunden hat. Dass sie womöglich mitten in seinem Leben spielte.

Der Autor

Gregoire Delacourt lebt mit seiner Familie in Paris. Hat mit "Alle meine Wünsche" und "Die vier Jahreszeiten des Sommers" zwei Bestseller geschrieben. Beide Bücher haben wir hier empfohlen.

Gregoire Delacourt
Das Leuchten in mir
Verlag: Atlantik
ISBN: 9783455002737
20 Euro

Stand: 10.02.2019, 12:08