"Die Fälscherin von Venedig" von Christian Schnalke

"Die Fälscherin von Venedig" von Christian Schnalke, Buchcover

"Die Fälscherin von Venedig" von Christian Schnalke

Von Cathrin Brackmann

Venedig im Herbst 1818: Ein zu Unrecht zum Tode verurteilter junger Mann, der den größten Kunstraub aller Zeiten aufklären soll, um zu überleben und seine große Liebe wiederzufinden. Eine junge Frau, die die Kunst liebt, sie aber verrät.  Atemberaubende Kunstschätze, Geld, Gier und Mord – das alles vereint der neue Roman von Christian Schnalke "Die Fälscherin von Venedig".

"Die Fälscherin von Venedig" von Christian Schnalke

WDR 4 Bücher 06.04.2021 02:19 Min. Verfügbar bis 06.04.2022 WDR 4


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Der Autor nimmt uns mit in das von Österreich regierte Venedig dieser Zeit, in prunkvolle Palazzi, in denen rauschende Feste steigen, während gleichzeitig der Putz abblättert. Denn schon längst sind die alt eingesessenen venezianischen Adelsfamilien verarmt und müssen ihre Kunstwerke zu Geld machen, um ihr ausschweifendes Leben zu finanzieren. Das Geld haben die ausländischen Kunsthändler, die die Kunstwerke erstehen und an reiche Familien außerhalb Venedigs verkaufen.

Doch die wahren Meisterwerke verschwinden auf den Weg nach Venedig. Beutekunst Napoleons, jahrelang in Paris, die zurückgebracht werden soll, aber nie in Venedig anzukommen scheint. Und die Polizei hat bisher keine Spur, wer hinter diesen Kunstdiebstählen steckt.

Franz Wercker, ein junger Deutscher, von der Kirche zu Unrecht wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt, soll deshalb jetzt die Diebe finden.

Als Kunsthändler getarnt, soll er in Venedig drei Monate lang ermitteln. Findet er die Hintermänner der Kunstdiebstähle, winkt seine Begnadigung und Franz könnte zu seiner großen Liebe Clara zurückkehren. Findet er sie nicht, soll er hingerichtet werden. Also wagt Franz sich immer tiefer in die venezianische Kunstwelt. Und er weiß – ein Fehler, eine Unbedachtheit – und er ist tot. Denn seine Gegner schrecken vor nichts zurück.

"Die Fälscherin von Venedig" ist ein historischer Spannungsroman und die Fortsetzung von Christian Schnalkes erfolgreichem Roman "Römisches Fieber", in dem die Vorgeschichte von Franz und Clara erzählt wird und zu dem auch im neuen Roman immer wieder Verweise auftauchen. Man muss "Römisches Fieber" nicht gelesen haben, um "Die Fälscherin von Venedig" zu verstehen, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

"Die Fälscherin von Venedig" ist ein farbenprächtiger, bildgewaltiger Schmöker, in dem wir Leser das Gefühl haben, die Champagnerkorken bei den ausschweifenden Festen in den prunkvollen Palazzi knallen zu hören, aber nur eine Seite später den modrigen Geruch verrotteter Holzbalken der elenden Hütten in den armen Vierteln zu riechen. Das ist beste Unterhaltung, um den Alltag einfach mal zu vergessen.

Die Fälscherin von Venedig
Autor: Christian Schnalke
Piper Verlag
496 Seiten
22 €

Erster Teil dieser Reihe:

Römisches Fieber
Autor: Christian Schnalke
Piper Verlag
400 Seiten
22 €

Stand: 06.04.2021, 00:00