Ausstellung zum Nazi-Vernichtungsort Maly Trostenez

Denkmal für die Ermordeten

Ausstellung zum Nazi-Vernichtungsort Maly Trostenez

Der Landtag NRW widmet der Nazi-Vernichtungsstätte Maly Trostenez in Weißrussland eine Ausstellung. Das kündigte er am Mittwoch (07.11.2018) in Düsseldorf an.

Die zweisprachige Wanderausstellung, die vom 13. November bis 2. Dezember in der Wandelhalle gezeigt wird, stelle das Erinnern an die Opfer in den Mittelpunkt, teilte der Landtag mit.

Mehr als 60.000 Todesopfer

Maly Trostenez gilt als die größte unter deutschem Befehl betriebene Vernichtungsstätte der Nationalsozialisten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.

Zwischen Frühjahr 1942 und Sommer 1944 waren in Maly Trostenez in der Nähe der weißrussischen Hauptstadt Minsk mehr als 60.000 Menschen ermordet worden, wie der Landtag erklärte.

Weißrussische Historiker gehen dagegen davon aus, dass bis zu 200.000 Menschen in Maly Trostenez getötet wurden.

In Deutschland eher unbekannter Holocaust-Schauplatz

Die Opfer waren deutsche, österreichische, tschechische und weißrussische Juden, Zivilisten und Widerstandskämpfer sowie sowjetische Kriegsgefangene.

In Maly Trostenez war im Sommer dieses Jahres im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Gedenkstätte eröffnet worden. Sie erinnert an einen Schauplatz des Holocaust, der in Deutschland weitgehend unbekannt ist, und wurde auf Initiative des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks (IBB) in Dortmund errichtet.

Stand: 07.11.2018, 17:45