Brexit

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Brexit

Daumen runter in britischen Farben vor EU-Sternen

Das hätte vor der Abstimmung kaum jemand geglaubt: Die Mehrheit der Briten will die EU verlassen.

Das Wort ‚Brexit’ gibt es erst seit einigen Jahren. Es ist eine Kombination aus den englischen Begriffen ‚Britain’ (Britannien) und ‚exit’ (Ausgang). Wer von Brexit spricht meint damit den Austritt Großbritanniens und Nordirlands aus der Europäischen Union. Am 23. Juni 2016 hat die Mehrheit der Briten bei einer Volksabstimmung genau das beschlossen: 51,9 % sagten ‚Yes’ zum Austritt.

Die Briten und die EU - Ein besonderes Verhältnis

Münzen stehen auf Pfundnoten.

Großbritannien hat seine Währung, das Britische Pfund behalten.

Was die EU betrifft, waren die Briten schon immer skeptisch. Obwohl sie seit 1973 zur Europäischen Union gehören, haben sie sich nie der gemeinsamen Währung, dem Euro, angeschlossen. Anders als die meisten EU-Länder, führt Großbritannien bei der Einreise Passkontrollen durch. Und auch bei den Zahlungen, die alle EU-Mitglieder leisten müssen, haben die Briten besondere Bedingungen ausgehandelt.

Warum kommt es jetzt zum Brexit?

Der Politiker Nigel Farage hält ein Schild mit der Aufschrift ‚We Want Our Country Back‘.

Wir wollen unser Land zurück – der Politiker Nigel Farange gehört zu den Befürwortern des Brexit.

Viele Briten glauben schon länger, dass Großbritannien zu viel Geld an die EU zahlen muss und dafür zu wenig bekommt. Seit sich einige Länder der Union, wie zum Beispiel Griechenland, sehr hoch verschuldet haben, muss die EU diese Mitglieder finanziell unterstützen. Das bedeutet, dass alle anderen Mitgliedsstaaten mehr bezahlen müssen als vorher. Deshalb ist ein großer Teil der Briten sicher, dass es ihrem Land ohne die Europäische Union finanziell besser gehen würde. Außerdem fühlen sich viele Briten von der EU bevormundet. Die Gesetze der EU müssen von allen Mitgliedsländern befolgt werden. Dabei – so die Meinung vieler Briten – geht die Europäische Union viel zu weit und mischt sich zu sehr in die Angelegenheiten der einzelnen Staaten ein. Sie wollen wieder eigenständig sein und ihre Gesetze ausschließlich selbst machen.

Welche Folgen hat der Brexit?

Welche Folgen der Brexit haben wird, kann zurzeit niemand sagen. Während die Befürworter darauf hoffen, dass es der britischen Wirtschaft durch den Austritt besser gehen wird, warnen Kritiker, dass genau das Gegenteil passieren könnte. Sicher ist nur, dass der Handel zwischen Großbritannien und den EU-Ländern nach dem Brexit schwieriger wird. Auch die Folgen für die EU sind heute nur schwer abzuschätzen. Mit Großbritannien verliert die Gemeinschaft zum einen ein Mitgliedsland mit großem politischen Einfluss. Zum anderen werden der EU sicher auch die Zahlungen der Briten fehlen, die trotz spezieller Bedingungen relativ hoch sind.

Was passiert jetzt?

Die britische Premierministerin Theresa May

Die britische Politikerin Theresa May hat sich für den Brexit stark gemacht. Nach der Entscheidung für den Austritt aus der EU wurde sie zur Premierministerin gewählt.

Die britische Premierministerin Theresa May hat Ende Mai 2017 bei der EU offiziell den Austritt ihres Landes beantragt. Im Juni trafen sich zum ersten Mal Vertreter der Europäischen Union und Großbritanniens, um gemeinsam zu überlegen, wie der Austritt konkret ablaufen soll. Dabei muss zum Beispiel geklärt werden, ob EU-Bürger, die in Großbritannien leben, auch weiterhin dort wohnen und arbeiten dürfen. Was mit den britischen Abgeordneten im Europäischen Parlament passiert. Oder wie der Handel zwischen Großbritannien und der EU in Zukunft geregelt werden soll. Wenn alle Fragen geklärt sind, unterzeichnen beide Parteien ein Austrittsabkommen. Erst damit tritt der Brexit in Kraft. Schaffen die EU und Großbritannien es nicht, sich zu einigen, endet die EU-Mitgliedschaft der Briten nach zwei Jahren automatisch.

Neue Wege für Schottland und Nordirland?

Demonstrantin hält Schild mit Aufschrift ‚Keep Scotland in Europe‘.

Schottland soll auf jeden Fall in der EU bleiben – das findet auch diese Demonstrantin.

Völlig unklar ist auch, wie Schottland und Nordirland auf den Brexit reagieren werden. Beide Länder gehören zwar zu Großbritannien, haben aber bei der Abstimmung über den Brexit für den Verbleib in der EU gestimmt. Einige schottische Politiker überlegen nun, ob Schottland unabhängig werden könnte, um anschließend ein eigenständiges Mitglied der EU zu werden. In Nordirland gibt es Überlegungen, sich wieder mit Irland zu einem Staat zu vereinigen. Dann würde Nordirland nicht mehr zu Großbritannien, sondern zu Irland gehören und wäre wieder Mitglied in der Europäischen Union.

Stand: 02.07.2016, 17:03

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